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Krimkrise: Petersburger Tourimusbranche mit gemischten Gefühlen für 2014

Von   /  25. März 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Während die einen Vertreter der Tourismusbranche eine Abnahme von Reisen ausländischer Touristen nach St. Petersburg vermelden und dies auf die gespannte politische Situation nach der Besetzung der Krim durch Russland zurückführen, versichern die anderen, alles sei in Butter. Noch ist kein klarer Trend zu verzeichnen, und man hofft, dass sich die Situation bis zur Hauptsaison wieder stabilisiert.

Wie der Vizepräsident der Vereinigung russischer Reiseveranstalter Wladimir Kantorowitsch gegenüber Fontanka.ru äusserte, beobachte er eine Abnahme der Touristen, weil die Ausländer in der gegenwärtigen Situation offenbar keine Lust hätten, nach Russland zu kommen. Wenn sich die Lage nicht in absehbarer Zeit stabilisiere, dann würden sie für den Sommerurlaub einfach eine andere Reisedestination wählen.

Auch eine Petersburger Tourismusfirma, die sich auf Reisende aus Skandinavien spezialisiert hat, bestätigt diese Tendenz und berichtet von Stornierungen aus Dänemark, Schweden und Norwegen wegen der politischen Lage. Dies wird durch weitere Vertreter der Reisebranche bestätigt, manche sprechen von einem Rückgang von Buchungen um zehn Prozent.

Fährtourismus mit stabilen Zahlen

Was amerikanische Touristen anbelangt, so erstaunt diese Entwicklung wenig, denn parallel zu den Wirtschaftssanktionen haben die USA auch Warnungen für Russlandreisende herausgegeben. Zwar raten diese in erster Linie von Reisen in die Grenzregion zur Ukraine ab und empfehlen politische Meetings zu meiden, doch wie immer dämpfen solche Hinweise auch die allgemeine Reiselust.

Einzig die Zahl von Touristen, die auf Kreuzfahrtschiffen nach St. Petersburg kommen, scheint klar von diesem Negativtrend ausgenommen zu sein. Sämtliche befragten Firmen und Organisatoren, darunter die lokale „St. Petersburg Line“ versichern, die Lage sei stabil. Die Entwicklung des Fährtourismus für das laufende Jahr ist schwer einzuschätzen. Im Vergleich zum Vorjahr (261 Schiffe) haben für dieses Jahr erst 239 Kreuzfahrtschiffe ihre Ankunft in Petersburg angekündigt. Gleichzeitig nimmt die Grösse der Liner nach Angeben der Leitung des Passagierhafens jährlich zu, so dass die Zahl der Passagiere gleichbleibend, wenn nicht sogar höher ausfallen könnte.

Hotelbranche widersprüchlich

In der Hotelbranche ist die Entwicklung ähnlich widersprüchlich. So bestätigte das Grandhotel „Europe“ politisch motivierte Stornierungen, gab aber gleichzeitig an, das sich dies kaum auf die Gesamtbelegung des Hotels auswirke. Für den Sommer sind für dieses Jahr mehr Übernachtungen gebucht worden als im Vorjahr. Bei „Novotel“ konnte man keine Auswirkungen der Politik auf die Belegungszahlen bestätigen.

Im letzten Jahr besuchten gemäss offizieller Statistik 6,3 Millionen Touristen St. Petersburg, davon 2,8 Ausländer, vorwiegend aus den Ländern Finnland, Deutschland und China. (eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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