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Kreis. Rückkehr – die Galerie „Borey“ zeigt Kunst von Obdachlosen

Von   /  12. April 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Vor zehn Jahren wurde im Zentrum von Petersburg das Obdachlosenheim „Verwandlung“ eröffnet. Das achtplätzige Wohnheim nahm in diesen Jahren insgesamt über 300 Menschen auf und vermittelte sie an andere Heime weiter oder half ihnen einen neuen Wohnort zu finden. Zu der Betreuung gehört auch Kunst-Therapie, deren Ergebnis jetzt in der Galerie „Borey“ gezeigt wird.

Die Ausstellung besteht aus Keramik und Zeichnungen, die im kleinen Ausstellungssaal der Galerie gezeigt werden. Der Titel „Kreis. Rückkehr“ weist auf die Gemeinsamkeit der meisten Arbeiten hin – sie sind kreisrund. Dies symbolisiert geistig Harmonie und Ausgeglichenheit einerseits und die Rückkehr zu sich selbst und seiner Welt andererseits. Die Motive – Landschaften, Menschen und Natur oder auch Muster und Kompositionen – sind ebenso frei gewählt wie die Technik. In einem Fall brachte eine Frau ihr Bild sogar mit Lippenstift auf das Blatt.

Auf dem „Heimweg zu sich selbst“ werden die Obdachlosen durch eine Kunsttherapeutin begleitet. Daneben erhalten sie medizinische und auch organisatorische Hilfe, denn in Russland, dem Land der Bürokratie, ist es nicht immer so einfach, sein Zuhause wieder zu finden.

Wer in Russland seine Wohnung verliert, verliert gleichzeitig seine Registrierung (Propiska) und damit die Grundlage für die soziale und medizinische Versorgung. Jemandem eine „bürokratische Identität“ wieder zurückzugeben, kann hier Jahr dauern. Das Obdachlosenheim hilft aber auch dabei, für Kranke oder Behinderte eine geeignete Behandlung oder Klinik zu finden.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Die Ausstellung ist bis am 18. April geöffnet. Galerie Borey, Liteiny Prospekt 58, Tel. 275-38-37, Dienstag bis Samstag von 12.00 bis 20.00 geöffnet, Eintritt frei.

www.borey.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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