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Konzert der ukrainischen Gruppe „Okean Elsy“ im Petersburger Eispalast abgesagt

Von   /  28. Februar 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die politischen Spannungen zwischen der Ukraine und Russland haben nun auch Petersburg erreicht. Kurz nachdem sich die russischen Politiker Vitali Milonow und Wladimir Schirinowski gegen ein Konzert der ukrainischen Rockband „Okean Elsy“ ausgesprochen hatten, wurde der Auftritt am 31. März im Petersburger Eispalast abgesagt.

Gründe wurden von der Administration des Konzertsaals nicht angegeben. Auf der Webseite war zu lesen, dass das Konzert aus Gründen, die nicht vom Eispalast herrührten, abgesagt worden und man sich an die Organisatoren wenden solle. Allgemein wird angenommen, dass das Konzert auf politischen Druck „von oben“ gestrichen wurde, weil bekannt ist, dass die Betreiberfirma des Gebäudes zu einer Mehrheit der Stadt St. Petersburg gehört.

Die Organisatoren kommentieren die Absage nicht, beteuern aber, dass das Konzert trotz allem stattfinde. Auch der Bandleader Swjatoslaw Vakartschuk verbreitete inzwischen die Nachricht an seine Fans, dass das Konzert trotz allem stattfinden werde, doch müsse zuerst eine neue Bühne gefunden werden. Er gebe sich nicht kampflos geschlagen, so Vakartschuk.

Fans diskutieren über Sympathie-Kundgebung

In den Sozialnetzwerken finden bereits angeregte Diskussionen unter den Fans der Gruppe statt, unter anderem darüber, ob man sich am 31. März einfach vor dem Eispalast treffen und Lieder der Gruppe singen solle.

Die beiden Abgeordneten Milonow (Einiges Russland) und Schirinowski (Liberaldemokraten) hatten der Band einige Tage zuvor eine antirussische Haltung vorgeworfen. „Okean Elsy“ war am 14. Dezember auf dem Euromaidan in Kiew aufgetreten und hatte Lieder aus ihren früheren Alben gespielt. In dieser Phase war die Kundgebung im Kiewer Stadtzentrum jedoch noch weitgehend friedlich.

Petersburg – „Musikhauptstadt Russland“

Ausserdem betont der Bandleader, man habe sich in keiner Weise antirussisch geäussert. Per Twitter setzte er sogar eine Belohnung von einer Million Rubel aus, die er jener Person zahlen will, die ihm ein Video vorlegen kann, auf denen festgehalten ist, wie seine Gruppe gegen Russland oder die russische Sprache auftritt.

Zwar ist bekannt, dass Vakartschuk sich stark auf dem Maidan engagierte, doch laut Fontanka.ru ist bisher nichts darüber bekannt, dass er sich in irgendeiner Weise „russophob“ verhalten hat. Im Gegenteil gab der Musiker immer wieder seiner grossen Liebe zu Russland, speziell zu St. Petersburg, Ausdruck  und nannte die Stadt die „Musikhauptstadt Russland“.

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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