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Konzert der Schweizer Pianistin Luisa Splett mit Musik von Frey, Blumenfeld, Medtner, Debussy und Mussorgsky

Von   /  15. November 2011  /  Keine Kommentare

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eva/Wikipedia.- Die Schweizer Pianistin und Musikwissenschaftlerin Luisa Splett gibt im Zentrum für zeitgenössische Kunst „Erarta“ in St. Petersburg ein Konzert. Das Programm enthält Werke des Schweizers Emil Frey (1889-1946), der in Petersburg lebte und in Russland sowohl als Pianist wie auch als Komponist berühmt wurde.

Durch die Oktoberrevolution wurde er gezwungen seine musikalische Heimat zu verlassen und in die Schweiz zurückzukehren, wo sein Werk für lange Zeit ins Vergessen geriet.

„Traurige Erinnerung“ von Felix Blumenfeld

Ausserdem wird an dem Konzertabend das Stück „Traurige Erinnerung“ des im ukrainischen Cherson geborenen Felix Blumenfeld (1863-1931) aufgeführt. Blumenfeld  war ein russischer Komponist, Dirigent und Pianist. Er studierte 1881 bis 1885 am Sankt Petersburger Konservatorium Komposition bei Nikolai Rimski-Korsakow und Klavier bei Fedor Stein. Von 1885 bis 1918 wirkte er hier als Klavierlehrer (später Professor), daneben war er von 1895 bis 1911 Dirigent des Mariinski-Theaters.

Hier wurden unter seiner Leitung Opern seines Lehrers Rimski-Korsakow uraufgeführt, und er leitete auch die russische Erstaufführung von Wagners Tristan und Isolde. 1918 bis 1922 war er Direktor des Konservatoriums von Kiew, wo Vladimir Horowitz zu seinen Meisterschülern zählte, und von 1922 bis 1931 Lehrer am Moskauer Konservatorium.

Als Pianist spielte er zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer russischer Komponisten. Blumenfeld komponierte selbst eine Sinfonie, ein Allegro de concert für Klavier und Orchester, ein Streichquartett, Klavierstücke und Lieder. Vor allem seine virtuosen Klavierwerke sind in jüngerer Zeit wiederentdeckt worden.

Sonate von Nikolai Medtner

Auf dem Programm steht ausserdem eine Sonate von Nikolai Medtner (1880-1951), der deutsche Vorfahren hatte. Er studierte von 1892 bis 1900 am Moskauer Konservatorium und war dort Klavierschüler bei Wassili Safonow und Sapelnikow. Von 1901 bis 1903 nahm er privaten Kompositionsunterricht bei Sergei Tanejew. Danach war er vorwiegend als Komponist tätig. Er trat aber auch als Pianist auf, wobei er in erster Linie eigene Werke spielte. 1909 wurde er Professor für Klavier am Moskauer Konservatorium, legte das Amt 1910 vorübergehend nieder und nahm es 1915 bis 1919 erneut auf.

1921 emigrierte Medtner, ein Gegner der Oktoberrevolution, nach Deutschland. Bis 1924 lebte er in Berlin, danach in der Nähe von Paris. Ausgedehnte Konzertreisen führten ihn unter anderem in die USA und nach England. Dabei war Großbritannien, das er 1928 erstmals besuchte, das Land, in dem er das interessierteste Publikum außerhalb seines Heimatlandes vorfand. 1935 zog er deshalb nach London, wo er 1951 starb

Als Klassiker stehen die Klavierfassung von Modest Mussorgskys leidenschaftlich-expressionistische Komposition „Bilder einer Ausstellung“ sowie die Sarabande „Souvenir du Louvre“ von Claude Debussy auf dem Programm.

Bild: PD

Museum und Galerie „Erarta“, Wassili Insel, 29. Linie 2, Tel. 324-08-09, Eintritt 150-300 Rubel. www.erarta.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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