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Konzert der amerikanischen Gruppe „Cannibal Corpse“ in Petersburg abgesagt

Von   /  16. Oktober 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Nach Absagen in Moskau, Nischni-Nowgorod und Ufa wurde am 12. Oktober auch das Petersburger Konzert der umstrittenen Death-Metal-Gruppe Cannibal Corpse in letzte Minute abgeblasen. Hinter den Absagen stecken in erster Linie Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche, die in letzter Zeit zunehmend Druck auf die Politiker und Behörden ausüben.

Die Konzertbesucher fanden am Eingang des Clubs „Kosmonavt“ eine Mitteilung vor, in der die Streichung des Konzerts „aus technischen Gründen“ sowie ein Kontakt zur Rückgabe der Tickets bekannt gegeben wurde. Statt des Konzerts wurde den Fans eine Autogramm-Stunde mit den amerikanischen Musikern angeboten.

Wie Fontanka.ru schreibt, kursierten in verschiedenen Medien Nachrichten, laut denen es nach der Absage zu Zusammenstössen zwischen enttäuschten Fans und Omon-Sonderpolizei gekommen sei. Dies wurde von der Polizei dementiert, hingegen wurde die Festnahme von 18 Personen bestätigt, die in angetrunkenem Zustand Beamten beleidigt haben sollen. Schon am 10. Oktober hatte die Polizei das Konzert von Cannibal Corpse in Ufa bereits nach 20 Minuten abgebrochen. Im Anschluss daran wurden 20 Personen wegen des Verdachts auf Drogenkonsum festgenommen.

Absagen aus „technisch-religiösen Gründen“

Es ist bekannt, dass hinter den „technischen Gründen“ für die Konzertabsagen in erster Linie politische, bzw. religiöse Motive stehen. Kirchliche Kreise nehmen in den vergangenen Jahren zunehmend Einfluss auf politische Entscheidungen. In St. Petersburg sorgt der Stadtabgeordnete Vitali Milonow von der Regierungspartei „Einiges Russland“ mit seinen Aufrufen und Aktionen gegen alles, was seiner Meinung nach westlich-liberale Werte vertritt, regelmässig für Aufsehen.

Im Zug der Krise in der Ukraine kam es in letzter Zeit zu einer ganzen Reihe von Konzertabsagen „aus technischen Gründen“, die jedoch offensichtlich politisch motiviert waren. Im Fall von Cannibal Corpse steht Russland allerdings nicht allein. Die Gruppe, deren „blutrünstiges“ Repertoire vorwiegend aus Horror- und Mord-Liedern besteht, wurde in einer Reihe von Ländern ganz oder teilweise verboten. Covers und Songtexte wurden zum Jugendschutz zensiert, oder ganz gestrichen.

Bild: Jonas Rogowski/ Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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