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Kommentar: Krise? Was für eine Krise?!

Von   /  12. Juli 2015  /  8 Kommentare

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Von Eugen von Arb

In den letzten Monaten konnte die Welt zweimal beobachten, wie stark es vom Vertrauen der Bevölkerung eines Landes in seine Führung abhängt, ob ein Land im Fall einer Wirtschaftskrise einfach ins Chaos abstürzt oder nicht. Das erste Mal war im vergangenen Dezember als Ölpreis und Rubel in den Keller sausten und sich die russische Wirtschaft allen schlechten Voraussagen zum Trotz wieder fing – wenn auch auf einem tiefen Stand.

Das zweite Mal war in Griechenland, als Ende Juni alle auf den grossen Knall warteten, der jedoch ausblieb. Beide Male verhielt sich die Bevölkerung diszipliniert und verfiel – bis auf Ausnahmen – nicht der Panik und Hysterie, die man von anderen Krisenmomenten kennt. Sowohl in Russland wie auch in Griechenland ist die Bereitschaft gross, die politische Unabhängigkeit mit Abstrichen beim eigenen Wohlstand zu bezahlen

Aber so schmeichelhaft dieser Vertrauensbeweis für die jeweilige Führung sein mag, in beiden Fällen wäre es gefährlich, wenn die Regierung dies als Bestätigung für die Richtigkeit ihrer Wirschaftspolitik verstehen würde. In Griechenland wird man trotz der Annahme des “Neins” am Referendum nicht darum herum kommen und auf irgend eine Weise die Schulden zurück zu zahlen.

Russland hat zwar nicht so ein Schuldenproblem, dafür aber grosse strukturelle Probleme, die nichts mit den Wirtschaftssanktionen und der Ukraine-Krise zu tun haben. Doch bis heute kehrt man das Thema lieber unter den Teppich. Wie man während des Petersburger Wirtschaftsforum von Präsident Putin und allen anderen hohen Staats- und Wirtschaftsvertretern vernehmen konnte, gab und gibt es in Russland keine Krise – was für ein Unwort, nie gehört! Allenfalls kann die Rede von vorübergehenden Schwierigkeiten sein.

Niemand sprach von den Schwierigkeiten von den negativen Wachstumszahlen, keine Silbe über die Zunahme der Arbeitslosen und Budgetkürzungen in sämtlichen Bereichen ausser dem Militär, wo die Mittel noch aufgestockt werden. Dabei genügt ein Blick auf die Werbeschilder in den Strassen, auf denen ausser kostenloser “Sozialwerbung” kaum mehr etwas zu sehen ist.

Nur zwei kritische Stimmen, jene des Ex-Wirtschaftsministers Kudrin und jene des Sberbank-Chefs Gref waren zu hören. Beide warnten vor einer anhaltenden Rezession in der russischen Wirtschaft und gaben auf ihre Art zu verstehen, dass wirtschaftliche Reformen dringend nötig sind, um Korruption, Protektionismus und mangelndem Wettbewerb Herr zu werden. Doch bisher bleiben die Stimmen ungehört – ein gefährliche Taubheit.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

8 Kommentare

  1. RealSatire sagt:

    oops haben unsere verwirrten Verschwoerungstheoretiker mal wieder eine Plattform gefunden um ein bischen rot-faschistische Propaganda zu betreiben. Goldreserven der Ukraine :), Deutschland als 51 Staat der USA, d.h. ihr arbeitet also an der Alternative Deutschland zum 86 Subjekt (grob in etwa ein Bundesland) der Russischen Föderation zu machen! Da freuen wir uns aber!.

    Ja Deutschland ist noch nicht der Zollunion mit Kazachstan, Weissrussland und anderen frei regierten Laendern beigetreten. Solche ForumsThread sind geeignet ein ziemlich schlechtes Licht auf uns Petersbürger zu werfen! Daher hier meine öffentliche Gegendarstellung in der Hoffnung das sie auch genauso publiziert wird wie der Quatsch meiner Vor-Vorkommentatoren.

    Unseren geneigten Lesern in Deutschland sei versichert, diese Wirrkoepfe springen mit Vehemenz auf jedes Thema das sich eignet um Unsinn zu verzapfen und krude Theorien solange zu wiederholen bis sie von Ihnen selbst geglaubt werden. SatireReals und Leons argumentative Merkmale sind die gleichen wie bei der Pegida nur noch krasser und kruder, und nicht geeignet eine sachliche Diskussion voranzubringen.

    Die Herren leben jedenfalls nicht in Sankt Petersburg und das ist jedenfalls nicht der Tenor unter dem wir in St. Petersburg die Wirtschaft diskutieren.

    P.S. Nice Try SatireReal… offensichtlich habt Ihr mangels Argumente bei Sasha Lobo das Video zum Thema „Troll Forschung“ wahrgenommen. Ergo qed Ihr „trollt“ :)

  2. Das das in Russland Handfeste Spuren hinterlassen hat ist Fakt.
    Das man das nicht weiter offen zugibt logo auch.
    Wo liegt der Unterschied???
    Vor 25 Jahren kollabierte die UDSSR.
    Die aktuellen Eliten haben das Hautnah erlebt.
    Das ist in den Köpfen als erlebtes Bild abgespeichert.
    Das beienflusst das Denken in Bezug auf
    Analyse und Lösungssuche, erheblich.
    Im Westen sind solche Realeerfahrungen nur
    abstrackt verfügbar.
    Das liegt Zeitlich 80-90 Jaher zurück.
    Die aktuellen Eliten sind deutlich jünger.
    Russland hat denn doch etwas Vorsprung.
    Den handfest erlebten Erfahrungsvorsprung.

  3. satirereal sagt:

    Nein, ich bleibe dabei. Das westliche Finanzsystem ist eine angelsächsische Erfindung und dort sind auch die größten Nutznießer dieses Systems beheimatet. Dieses System steht vor dem Zusammenbruch und so wird sogar ein Krieg mit Russland durchgedacht, nur um dieses parasitäre System über die Ausbeutung der russischen Bodenschätze weiter am Leben zu halten. Selbst das Risiko der kompletten Auslöschung Europas wird bereitwillig in Kauf genommen.

    Deutschland ist hierbei ein Fliegenschiss, dessen Bewohner von den US-kontrollierten Medien eingetrichtert wurde, wie groß man doch sei und wie stolz man sein könne, mit Angela Merkel die mächtigste Frau an der Staatspitze zu haben. Von wegen Exportweltmeister? Welches Land ist den der Importweltmeister und welcher von den beiden hat die Hosen an?

  4. satirereal sagt:

    Was fällt mir spontan ein,die US Finanz und Politmafia sichert sich mittels der ukrainischen Goldbestände ab und lässt diese direkt aus der ukr.Nationalbank in der 2.Woche nach dem Putsch importieren.
    der rollende Gnom macht eigentlich nichts anderes,er lässt das
    griechische Vermögen = 50 Milliarden Euro in Luxemburg schon mal zum Verscherbeln zwischen lagern.Einfach nur noch wiederwärtig diese MISCHPOKE.

  5. Sven sagt:

    Als die BRD mit 1,7 Billionen verschuldet war lag die Nettoverschuldung bei ca. 500 Milliarden.
    Als es mit Griechenland los ging rechnete ich die pro Kopf Verschuldung der Griechen und der BRD-Insassen gegeneinander auf. Nun der BRD-Insasse war höher Verschuldet. Nur als 51 ter Bundesstaat der USA war und ist er eben noch Kreditwürdig

  6. Sven sagt:

    “Austerität”

    Ist die wirklich notwendig? Nein. *Kein* Staat haushaltet vernünftig, keiner. *Alle* machen sie Schulden bis über die Halskrause. So schlimm, dass sogar die jährlichen Zinsen bei praktisch jedem Staat einer der größeren Haushaltsposten sind. Bildung, Gesundheit, Militär, alles Posten, von denen Otto Normal meint, die seien gewaltig; sind sie nicht. Zinsdienst ist gewaltig.

    Warum also Austerity? Was ist es, das Austerity leistet? Es verschiebt Vermögen von unten nach oben. Es begünstigt internationale Konzerne. Und es verschiebt auch Vermögen von ärmeren Ländern zu reicheren Ländern. Austerity ist Imperialismus 2.0.

  7. Sven sagt:

    Gleich wie, das Schiff eu-ropa wird sinken, jedenfalls in seiner heutigen Form. Weil es genauso, wenn auch weniger schlimm, ein künstliches Konstrukt ist wie der euro, aber auch weil es völlig ausgeartet und zu einer Mischung aus Diktatur, Pokerrunde und Selbstbedienungsladen verkommen ist, die sich um eines so absolut gar nicht schert: Die Menschen und die Realität ”
    Mehr ist nicht dazu zu sagen.

  8. Leon sagt:

    Das selbe gilt für die EU der große Knall steht noch aus da kann sich Russland noch glücklich schätzen einigermaßen unabhängig zu sein. Und bei Griechenland irren sie gewaltig das alles ist nur eine große Show der EU Dikatur keiner ist am gesunden von Griechenland interessiert man will ans Eingemachte. Und was die Kredite betrifft so ist bei der Bevölkerung Griechenlands fast nichts angekommen damit wurden französische und deutsche Banken gerettet die massenweise griechische Staatsanleihen in ihren Depots hatten. Russland tut gut sich nicht mit der maroden EU einzulassen.

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