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Königsberg/Kaliningrad: Gesichter und Geschichte einer Stadt – Ausstellung in Berlin

Von   /  22. Mai 2017  /  Keine Kommentare

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spn.- Die Geschichte der europäischen Stadt Kaliningrad, dem früheren Königsberg, erzählt die Ausstellung „Königsschloss. P.S“ in zahlreichen Bildern. Sie ist im Russischen Haus in Berlin zu sehen und zeigt bis Ende Juni Abbildungen und Fotos von Objekten aus der Sammlung des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst.

Die Exponate zeigen die „Seiten der Geschichte, die unsere Völker verbinden, Deutschlands und Russlands“, sagte Museumsdirektor Sergej Jakimow im Gespräch mit Sputnik, kurz bevor er die Ausstellung eröffnete. Es gehe auch um die Geschichte der Region und um die des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Königsberger Schlosses.

Jakimow berichtete, dass zahlreiche Ausgrabungsarbeiten in Kaliningrad, so auf dem Gelände des Schlosses, in enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Museum für Frühgeschichte erfolgten. Dabei seien historische Exponate des früheren Schlossmuseums wiedergefunden worden, die zusammen mit solchen, die nach Polen oder Deutschland kamen, demnächst wieder gezeigt werden sollen.

Internationaler Architektur-Wettbewerb

Der Museumsdirektor berichtete, dass die Ausgrabungsorte in Kaliningrad durch einen Überbau geschützt werden sollen, vor allem in der Zeit der Fußball-WM 2018, zu deren Austragungsorten die Kaliningrader Region zählt. Für die Zukunft des Schlosses sei ein internationaler Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben worden, zu dem zahlreiche interessante Vorschläge eingereicht worden seien.

„Die Ausstellung ist nicht nur für diejenigen gedacht, die in Ostpreußen gelebt haben“, hob Jakimow hervor. Das Museum verstehe sich als Teil des ostpreußischen Erbes. In Berlin werde vermittelt, wie das Kaliningrader Gebiet sich heute als Teil Russlands zeige. Es handele sich um eine politische Frage außerhalb seiner Kompetenz, kommentierte der Direktor die gegenwärtig schwierigen deutsch-russischen Beziehungen.

Wiederaufbau des Kant-Hauses

Er verwies darauf, dass in seinem Verantwortungsbereich das Kant-Haus in Kaliningrad im Herbst dieses Jahres wiederaufgebaut wird. Der Philosoph der deutschen Aufklärung Immanuel Kant wurde 1724 in Königsberg geboren und starb 1804 in der Stadt.

Das Geld für den Wiederaufbau sei vom russischen Präsidenten Wladimir Putin freigegeben worden. Das Projekt werde positiv für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben, zeigte sich Jakimow überzeugt.

Interesse an Kaliningrad in Deutschland zurückgegangen

Leider sei das Interesse in Deutschland an der Stadt und der Region sowie deren Geschichte abgeebbt, bedauerte er. Der frühere „historische Tourismus“ von Deutschen, die aus Ostpreußen stammten, klinge seit einigen Jahren ab. Es gebe aber weiter Kontakte, auch zu deutschen Städten und Regionen wie Brandenburg/Havel und nach Nordrhein-Westfalen. Das Museum in Kaliningrad arbeite eng mit dem Museum in Duisburg zusammen.

Jakimow konnte keine Angaben zu möglichen Plänen machen, das Königsberger Schloss eventuell wieder aufzubauen. Die notwendigen Finanzen könnten Stadt und Region nicht aufbringen, das werde landesweit entschieden. Er habe auch mit dem Direkter des Berliner Schlosses, Neil MacGregor, gesprochen, das bereits seit 17 Jahren wiederaufgebaut werde.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.sputniknews.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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