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Kinderstreit: Finnischer Diplomat schmuggelt Vater und Sohn Salonen über die russische Grenze

Von   /  19. Mai 2009  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Der Streit eines russisch-finnischen Erhepaars um ihren Sohn endete mit einer spektakulären Schmuggelaktion über die russisch-finnische Grenze. Vergangene Woche wurde bekannt, dass der Finne Paavo Salonen seinen Sohn Anton bei seiner in der Stadt Balachna bei Nischni-Nowgorod abgeholt hatte und mit ihm verschwunden war. Die Mutter Rimma Salonen hatte daraufhin die Polizei mobilisiert und ihren Mann als Entführer verklagt.
Wie sich nun heraus gestellt hat, hielten Vater und Sohn Salonen mehrere Tage lang im Gebäude des finnischen Generalkonsulats in St. Petersburg auf. Danach wurden die beiden vom Rechtsverantwortlichen des Konsulats Simo Pietilja im Diplomatenwagen über die Grenze nach Finnland gebracht. Die Aktion unter dem Deckmantel diplomatischer Immunität hat gewaltig Staub aufgewirbelt.

Finnischer Aussenminister entlässt Konsul, hat aber Verständnis für seine Tat

Zwar hat der finnische Aussenminister Alexander Stubb mittlerweile den verantwortlichen Konsul entlassen, doch gleichzeitig drückte er sein Verständnis für dessen Verhalten aus – als Vater und finnischer Staatsbürger könne er ihn verstehen, meinte er. Er hoffe, so fügte er an, die Affäre verschlechtere nicht die finnisch-russischen Beziehungen. Dieser Wunsch wird jedoch kaum in Erfüllung gehen. Im russischen Aussenministerium ist man verärgert und hat bereits angekündigt, der Fall werde Konsequenzen haben.

Rechtlich gesehen ist der Konflikt verzwickt: Während die russische Mutter von einer Entführung spricht, macht der Vater geltend, dass er zu der Tat gezwungen worden sei, weil die Mutter ohne sein Einverständnis die russische Staatsbürgerschaft für den Jungen beantragt habe, um ihn bei sich zu behalten. Der Antrag der Mutter wurde jedoch mittlerweile zurück gewiesen, weil es kein Abkommen für eine doppelte Staatsbürgerschaft zwischen Finnland und Russland gibt und das Kind bereits den finnischen Pass besitzt. (eva)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. Victor sagt:

    Aus finnischen Nachrichten ist zu entnehmen, dass bei der Scheidung das Sorgerecht dem Vater zugesprochen wurde. Das kann nicht ohne Grund geschehen sein, denn im Normalfall wird auch in Finnland das Sorgerecht der Mutter zugesprochen.
    Bei einem Besuch des Kindes bei der Mutter hat sich die Mutter etschlossen, mit dem Kind nach Russland zu fahren, ohne darüber den Vater zu benachrichtigen. Diesen Vorgang hat die Mutter selbst im finnischen Fernsehen bestätigt. Als sie erfuhr, dass der Vater sie beschuldigte, das Kind enführt zu haben, hat sie sich ihrer Aussage nach entschlossen, das Kind nicht nach Finnland zurückzubringen, weil sie sich dort wegen Entführung vor Gericht hätte verantworten müssen. Das heißt im Klartext, sie hat das Kind tatsächlich nach Russland entführt. Der Vater hat demzufolge das finnische Recht auf seiner Seite, aber auch das internationale Recht. Er hat so gehandelt, weil Russland nicht der Genfer Konvention gegen Kindesentführung beigetreten ist und deshalb sich nicht verpflichtet fühlt, sich an das internationale Recht zu halten.
    Die Mutter ist eine Kindergärtnerin, die genau weißt, dass man ein Kind auch nach der Scheidung nicht in solche zweifelhafte Situation bringen darf.

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