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Kehrtwende im Umzugsskandal des Petersburger Kriegsmarinemuseums

Von   /  7. März 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Die Anklage gegen den Ex-Direktor des Kriegsmarinemuseums Andrei Ljalin wegen Unterschlagung hunderter Millionen Rubel beim Umzug des Museums (der „Herold“ berichtete) wurde von der staatlichen Ermittlungsbehörde (SKR) fundamental geändert. Damit wurde insbesondere der Kreis der Verdächtigen deutlich eingeschränkt und das Verteidigungsministerium aus der Schusslinie gebracht.


Andrei Ljalin ist nicht mehr länger wegen Unterschlagung von 416 Millionen Rubel (rund fünf Millionen Euro) angeklagt, sondern nur noch wegen Amtsmissbrauch und Korruption, wofür er eine Maximalstrafe von 15 Jahren Haft erwarten kann.

Laut Fontanka.ru haben die Behörden den Verlauf des Verbrechens neu nachgezeichnet. Danach soll Ljalin von Alexander Schwirikasowa, dem Direktor der mit dem Umzug betrauten Firma „Neviss-Komplex“, zehn Prozent der Kostensumme verlangt haben. Dafür soll er 2011 eine fiktive Auftragsbestätigung unterschrieben haben, obwohl bis heute nicht einmal zehn Prozent des Umzugs vollendet wurde. Dabei soll es sich um eine Bestechungssumme von rund hundert Millionen Rubel gehandelt haben.

Hauptangeklagter bestreitet neue Version

Damit wird der Kreis der Angeklagten auf lediglich zwei Personen – Ljalin und Schwirikasowa – eingeschränkt, obwohl früher auch Stellen beim Verteidigungsministerium in die Ermittlungen einbezogen wurden. Sie wurden verdächtigt, beim der Abzweigung der Budgetgelder beteiligt gewesen zu sein.

Ex-Museumsdirektor Ljalin, der zwecks Strafmilderung mit der Polizei zusammengearbeitet hatte, bestritt selbst diese neue Version des Hergangs. Er wies darauf hin, von Vetretern des Verteidiungsministeriums gezwungen worden zu sein, den Deal mit Schwirikasowa abzuschliessen, wobei weitere grosse Summen unterschlagen worden seien.

Der Umzug des Museums vom Börsengebäude auf der Wassili-Insel in ehemaligen Krjukow-Kasernen hätte bereits Ende 2011 abgeschlossen werden sollen. Aber noch bis heute wurde nur ein kleiner Bruchteil gezügelt, ausserdem wurden beim Umzug Exponate beschädigt.

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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