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Kasinos: Die Stadt St. Petersburg gewährt eine Gnadenfrist.

Von   /  3. Februar 2009  /  Keine Kommentare

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mm.- gemäs föderalem Gesetz vom Juni 2008 dürfen Spielkasionos in Russland nur noch in 4 Regionen betrieben werden.

In St. Petersburg sollten die Spielstätten bis Mitte 2009 geschlossen sein. Die Stadtverwaltung hat jedoch diese Woche neu beschlossen aus „Budget“-Gründen den Betreibern das Spielen gegen eine Verdoppelung der Steuern bis Ende 2009 zu erlauben.

Geschichte & Gegenwart

Nicht erst seit Dostoewskis „Игрок“ ist die besondere Leidenschaft der Reussen fürs Geldspiel dokumentiert. So gelten Heute ca. 3 Millionen Russen als pathologische Spieler, welche sich in den unzähligen Kasinos nicht selten um Haus und Hof bringen.

Das Interesse diesen Sumpf aus Mafia, Steuerhinterziehung und Nepp trockenzulegen, ging bereits im Jahr 2006 mit durchaus politischen Zielen einher. So wurden als erstes Warnzeichen gegen die unliebsame Politik Georgiens gedeutet, das die Flaggschiff Kasinos der in der Kasionobranche führenden Georgier als erstes geschlossen wurden. Offizielle Begründung war „Steuerhinterziehung“.
Wer jedoch in der Realwirtschaft bereits miterlebt hat, einen eigenen Scheck zum Abheben seines (eigenen) Geldes vom eigenen Konto bis zu 8-9-mal neu austellen musste,  bis der Stempel „ordnungsgemäs“ und lesbar im zu kleinen Feld des Papierstücks steht, dem ist gleich klar, dass es nur geringen Aufwand einer beliebigen gewillten Kontrollbehörde benötigt, um jedwedes Unternehmen „zu Tode“ zu kontrollieren.

Ende 2009: Ende, Aus und alles vorbei ?

Um so überraschter waren dann die Reaktion der übriggebliebenen Kasinos, dass der Coup nicht nur politisch motiviert war und ein folgendes Gesetz Mitte 2008, das Ende aller Spielhöllen in Russland beschloss. Nur in den Randlagen in Wladiwastok, Jekaterinburg, Krasnodar/Sotschi und Kaliningrad darf dann die Kugel rollen und der Einarmige Bandit seine Runden drehen.

Noch können die Spieler in 122 lizensierten Betrieben in St. Petersburg Ihre Rubel verlieren.
Die Wahrscheinlichkeit das mit Ende des Jahres die Branche einen freiwilligen kollektiven Selbstmord begeht ist gering. Die Szene verlagert sich dann in die Illegalität oder für den Aufschub werden weitere „Budget“ -Gründe gefunden, die es der Stadtregierung erlauben, dem krisengeschüttelten Stadtsäckel auf Weiteres hohe Steuereinnahmen aus dem Spielbetrieb zu sichern.

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