Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Kapitalflucht in den Westen: Russen ziehen massiv Geld ab

Von   /  12. September 2014  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

rian.- Nach Angaben der russischen Zentralbank haben die Russen im ersten Quartal dieses Jahres 13,1 Milliarden US-Dollar außer Landes gebracht. Das ist ein Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, schreibt die Zeitung „Iswestija“. Im zweiten Quartal zogen die Russen zehn Milliarden Dollar aus dem Land ab. Bei den russischen Anlegern ist vor allem die Schweiz sehr beliebt. Im ersten Quartal wurden 3,3 Milliarden Dollar auf Schweizer Konten angelegt (im ersten Quartal 2013 war es eine Milliarde Dollar). Die Schweiz gehört nicht zur EU und hat sich den Sanktionen gegen Russland formell nicht angeschlossen.

In den USA sind die Überweisungen aus Russland von 578 Millionen Dollar im ersten Quartal 2013 auf 1,1 Milliarde Dollar im ersten Quartal dieses Jahres um fast auf das Doppelte gestiegen. In Großbritannien wurden in den ersten Monaten dieses Jahres 867 Millionen Dollar (+62 Prozent) angelegt, in Österreich 688 Millionen Dollar (+226 Prozent), in Deutschland 651 Millionen Dollar (+24 Prozent), in China 542 Millionen Dollar (+20 Prozent). Die Überweisungen in die GUS-Länder sanken dagegen um fünf Prozent.

Experten zufolge bestimmen zwei Faktoren das Verhalten der Russen: das wachsende Misstrauen gegenüber dem russischen Bankensystem (in diesem Jahr wurde 55 Banken die Lizenz entzogen) und der Wunsch, ihr Geld in „ruhige Häfen“ zu bringen. Für Verunsicherung sorgen auch die Abwertung des Rubels im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise und die Sanktionen gegen Russland.

Dem Analyst Maxim Wassin zufolge bevorzugen die Russen Einlagen in ausländischen Währungen. Angesichts der schwachen Wirtschaftsdaten erwägen viele Russen den Kauf von Auslandsimmobilien bzw. Investitionen in ausländische Wertpapiere. Als Auswanderungsorte seien die USA, die Schweiz, Großbritannien, Deutschland und Österreich vor allem bei reichen Russen und Großunternehmern beliebt, so der Experte.

Bild: Wikimedia Commons

www.rian.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Russland geht das Geld aus

[the_ad_placement id=\“single\“]

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Russland-Blog: Ein Grab an der Wolga – wie ich meinen Urgrossvater fand

mehr…