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Kaliningrader Gebiet: Burg Preussisch-Eylau wird verkauft

Von   /  23. Juli 2018  /  Keine Kommentare

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eva.- Die Burg im historisch bedeutenden Städtchen Preussisch-Eylau – heute Bagrationowsk – wird privatisiert. Zu einem Spottpreis soll sie unter den Hammer kommen, doch einen möglichen Käufer des völlig zerfallenen Baus erwarten teure Pflichten.

Die Burg der Deutschordensritter im heutigen Grenzort zu Polen soll laut Delfi.lv umfasst eine Fläche von rund 3600 Quadratmetern, das dazugehörende Grundstück 45.800 Quadratmeter. Zum Anfangspreis von 9,73 Millionen Rubel (umgerechnet rund 130.000 Euro) soll es am 29. August an einer Auktion verkauft werden – bis zum 20. August werden Angebote entgegen genommen.

Käufer zu Renovierungsarbeiten verpflichtet

Doch der niedrige Preis trügt, denn mit der Aneignung dieses Kulturdenkmals bürdet sich ein möglicher Käufer enorme finanzielle Verpflichtungen auf. Er muss die einst stolze Burg, die heute faktisch eine Ruine ist, renovieren. Mit dem Verkauf der berühmten Deutschordensburg entledigt sich der russische Staat also eigentlich nur seiner Verpflichtung, der er aus Mangel an Geld (und Interesse) nie nachgekommen ist.

Doch wer weiss, vielleicht findet sich eine Stiftung oder ein grosszügiger Sponsor, dem an der Erhaltung des Baus gelegen ist. Immerhin ist die Festung, die 1325 vom Deutschen Orden als Burg „Yladia“ gegründet wurde, zu deren Füssen sich später das Städtchen Preussisch-Eylau entwickelte, ein bedeutender Ort in der deutschen bzw. ostpreussischen Geschichte.

Schauplatz von Balzacs „Colonel Chabert“

Am 7./8. Februar 1807 fand hier eine der wichtigsten Schlachten während Napoleons Russland-Feldzug statt. Hier spielt die Balzacs berühmte Erzählung „Le Colonel Chabert“, der verwundet und für tot gehalten, in einem Massengrab lebendig beerdigt, jedoch von einer Bauersfrau gerettet wurde.

Dem 7000-Seelen-Städtchen, das 1945 nach dem russischen Feldherr Bagration benannt wurde, könnte ein wenig Tourismus sicher nicht schaden. Zwar ist es als Grenzübergang zur polnischen Region Ermsland-Masuren nicht ganz unbedeutend, doch schläft es wie die meisten kleineren Orte der Region Kaliningrad nach wie vor einen wirtschaftlichen Dornrösschenschlaf.

Bild: Wikimedia Commons

www.delfi.lv

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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