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Jenny aus Sankt Petersburg findet eine neue Heimat

Von   /  4. Dezember 2013  /  Keine Kommentare

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murr. – Ja , da haben sie mich in der Mitte vom September in eine sogenannte Katzentransportkiste gepackt, und sind mit mir über Länder und Städte in den Süden geflogen. Das war nicht immer sehr lustig. In meiner Heimat, am russischen Zoll, wurde meine Kiste zwei mal gründlich untersucht.

Ich hatte meine liebe Mühe in dem Menschengewühl nicht total durchzudrehen, dabei hat mein Mensch einige nicht beabsichtigte aber trotzdem schmerzhafte Kratzer abbekommen – leideeeeer … Die Italiener waren liebenswürdiger und haben uns, für die gleich obligate Kontrolle, gleich ein separates Zimmer zugeteilt.

Endlich sind wir in Sardinien gelandet.

Am Flughafen von Freunden und Verwanten erwartet, fahren wir nun in unser neues Domizil. ca. 40 Km. von der Hauptstadt Cagliari entfernt, über eine herrliche Panoramastrasse erreichen wir unser Dörfchen am Meer.  Die ersten Tage waren dann doch etwas stressig, Arbeiter machen sich im Hause breit, Möbel werden gebracht, alles ist neu, riecht neu, fremde Katzen, die MICH als Fremde einstuften, waren überall und haben mich schon ein wenig erschreckt, da ich schon von zu Haus aus nicht die Mutigste bin, habe ich mich eben im Pizzaofen versteckt.

Die Zeit vergeht, viel Neues geschieht… Verwandtschaft kommt an, Besucher erscheinen, Sachen werden gekauft, Feste gefeiert, Kinder beleben das Haus. Lulu der Hund versucht Katzen zu jagen. Zwei „Launeddas“ Spieler führen uns ihre Musikkünste vor. Dazwischen immer wieder Arbeiter. Die Quitten reifen und werden zu Gelee verarbeitet. Die Granatäpfel scheinen den Menschen auch zu schmecken. Brrrrr!!!!

Täglich schwimmen meine Menschen in Meer und Pool. Der Herbst gestaltet sich bis weit in den November sehr sonnig und warm. Alle geniessen es und fühlen sich wie im Paradies, und auch ich gewöhne mich langsam an das gute Wetter und vermisse St. Petersburg nicht mehr allzusehr.

Autor: Jenny, Sankt-Petersburger Exilkatze
Foto: Heidi und Regina

Info: Die beiden Fotografinnen Heidi Moretti und Regina Puentener aus der Schweiz gehörten zu den ersten Mitgliedern der Ausländergemeinde, die sich nach der Liberalisierung in den Neunzigerjahren in St. Petersburg bildete. Diesen Herbst beschlossen sie, ihren Wohnsitz nach Sardinien zu verlegen – und da musste auch das Büsi mit.

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INTERVIEW: “Wir machen aus jedem Negativ ein Positiv”

 

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