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Japan aus der Perspektive russischer Künstler im Skulpturenmuseum

Von   /  12. November 2013  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Ganz Japan in einem Saal – ein etwas verrückter, aber erstaunlich geglückter Versuch des Ausstellungssaals des Skulpturenmuseums, ein Land in seiner ganzen Vielfalt und Gegensätzlichkeit zu erfassen. Die Eröffnung war nicht nur gut besucht, sondern mit einem reichen Programm bestückt – so intensiv japanisch soll es bis im Dezember weitergehen (Fotogalerie).


Dass das Skulpturenmuseum nicht davor zurückschreckt, die wildesten Kunstexperimente anzustellen, ist bereits stadtbekannt. Manche davon gelingen prächtig, andere nicht – und eigentlich müsste auch der Versuch, ein Land in einem einzigen Saal wiederzugegen im vornherein zum Scheitern verurteilt sein.

Aber trotz der dicht gestellten und gehängten Exponate – Malerei, Fotografie, Grafik, Objekte, Installation – kommt tatsächlich so etwas wie eine Atmosphäre zustande, die Atmosphäre eines Landes. Nicht einmal der Volksauflauf während der Vernissage konnte die Kompaktheit der Ausstellung erschüttern. Sicher hat das mit der Qualität der ausgestellten Arbeiten zu tun – eine ganze Reihe von Werken, darunter solche von Takashi Murakami, wurden durch die Galerie Anna Nova zur Verfügung gestellt.

Gliederung zentristisch-dezentral

Auch die Gliederung der Ausstellung, zentristisch und dezentral zugleich ist gelungen und lässt die Trennung allzu gegensätzlicher Themen, bzw. ihre vorsichtige Synthese zu. Für ein Land wie Japan, in der Tradition und Fortschritt so krass wie in wenigen Kulturen aufeinanderstossen, ist dies ein sehr wichtiger Faktor.

Das Thema ist Japan, doch die Perspektive ist russisch, und das ist ehrlich, denn durch sie geschieht die Vermittlung einer völlig fremden Kultur an das russische Publikum. Unter den TeilnehmerInnen sind Marina Fedorowa mit einer Serie von Bildern nach Motiven von Haruki Murakami, Alexander Lysenko mit einem Fotozyklus zum Alltagsleben in Japan, sowie Sergei Tabunow mit Arbeiten in traditionell japanischer Technik und Wjatscheslaw Sinkewitsch und Xenia Lawrowa mit Anime. Alexei Chamkin und Ewgenia Konowalowa stellen den experimentellen Teil der Ausstellung.

Meisterkurse, Vorträge und Diskussionen zum Thema Japan

Ziel ist es, die Kultur Japans durch experimentelle Erfahrung zu vermitteln – den Start machte an der Eröffnung eine Modeschau mit Kreationen von Tatiana Parfionowa und Jekaterina Hasse. Während eines ganzen Monats werden Meisterkurse, Vorträge und Diskussionen zum Thema Japan angeboten, welche die Dynamik, die die Ausstellung auch so schon besitzt, weiter steigern. (eva)

Die Ausstellung ist noch bis am 1. Dezember 2013 geöffnet. Ausstellungssaal des städtischen Skulpturenmuseums, Newski Prospekt 179/2. Eintritt 50-100 Rubel. Тel. 314-12-14. www.gmgs.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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