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Iwan Tschemakins „Nordischer Bazar“ in der Galerie „Borey“

Von   /  10. März 2013  /  Keine Kommentare

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Der sibirische Künstler Iwan Tschemakin zeigt in seinen Bild-Objekten die Gesichter hinter den Gemüsekisten des Markts (5.- 16. März). Es sind Menschen aus der Wärme des Südens, die im kalten Norden leben müssen.


eva.- Man kennt sie nicht, sie sind niemand – die Menschen, die auf den Märkten und in den unzähligen Verkaufsbuden der Millionenstadt St. Petersburg Gemüse, Früchte und andere Lebensmittel verkaufen. Oft sind nur ihr Mund und ihre Augen durch einen Schlitz in der Tür oder zwischen den Warentürmen zu sehen – die Hände schiessen kurz hervor, um das Geld zu empfangen und die Ware herauszureichen.

Sie sind meist Ausländer oder Südländer, die trotz russischer Staatsangehörigkeit nach wie vor als eine „mindere Sorte“ behandelt werden. Sie gehören nicht zur offiziellen Gesellschaft, „schleichen“ sich durch das Leben in der kalten Fremde. Das Wort „Bazar“ gilt als Sinonym für Durcheinander und Streit, das, obschon hier immer noch die besten und günstigsten Waren angeboten werden.

Das „Kisten-Versteck“ kann jederzeit zuklappen

Nun bekommen diese Gestalten plötzlich ein Gesicht – Iwan Tschemakin hat es ihnen gegeben. Es ist menschlich, mal weich, mal nachdenklich, mal hart und abweisend. Aber die Menschen sind einmal ohne Versteck gezeigt – das heisst, ihre Verstecks in Form aufgeklappter Gemüsekisten als Rahmen sind jederzeit bereit, zuzuklappen.

Sie tragen die Namen der Gemüsehändler aus der Türkei, aus Marokko und Spanien, die die billige Malfläche geliefert haben, die Farbe, Wärme und Süsse des Südens in unsere Augen und Münder tragen.

„Parasit“ seit 2009

Iwan Tschemakin wurde 1986 in der sibirischen Stadt Tjumen geboren und absolvierte in seiner Heimatstadt eine Kunstschule in der Fachrichtung Grafik-Design. 2007 zog er nach St. Petersburg, wo er an der Universität für Kino und Fernsehen Regie und Computergrafik studiert. Seit 2006 nimmt er an den Ausstellungen der Künstlervereinigung „Parazit“ teil.

Galerie Borey, Liteiny Prospekt 58, Tel. 275-38-37, Dienstag bis Samstag von 12.00 bis 20.00 geöffnet, Eintritt frei. www.borey.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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