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Isaakskathedrale wird trotz allem an Kirche übergeben

Von   /  10. Januar 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Der Konflikt um die Übergabe der Isaakskathedrale an die russisch-orthodoxe Kirche nimmt eine neue Wendung. Wie die Medien aus inoffiziellen Quellen erfuhren, hat der Petersburger Gouverneur Georgi Poltawtschenko den Besitzerwechsel bis Ende 2017 bereits in die Wege geleitet – das, obschon er den Schritt offiziell noch abgelehnt hatte.

Wie die Recherchen von Fontanka.ru ergaben, wurden die zuständigen Behörden bereits vom Gouverneur angewiesen, die Übergabe der Isaakskathedrale von der Stadt an die russisch-orthodoxe vorzubereiten. Das einzige, woran es Zweifel gibt, ist der Termin. So soll der Schritt gemäss Anweisung des Stadtoberhaupts bis Ende 2017 vollzogen werden, doch in der Praxis ist dies offenbar nicht vor 2019 möglich.

Unklar ist, warum Poltawtschenko, der die Forderung der Kirche letztes Jahr noch abgelehnt hatte, nun plötzlich eine Kehrtwendung gemacht hat und die Übergabe inoffiziell eingeleitet wurde. Es wird vermutet, dass der Streit um die Kirche mittlerweile die höchste Machtebene erreicht hat. So soll sich der Patriarch Kyrill in dieser Angelegenheit bereits persönlich an den Präsidenten gewendet haben. Die Kirche hat ihre Wunschliste unterdessen erweitert und fordert nun von der Stadt auch die Blutskirche und Teile des Smolny-Klosters, in dem sich auch Räume der Staatlichen Universität befinden.

Es geht um sehr viel Geld

Es geht bei den Kirchen nicht nur um den Status, sondern vor allem um viel Geld. Die Isaakskathedrale konnte dank den Eintrittsgeldern ihre Renovationskosten bezahlen und bringt dem Stadtbudget jährlich respektable Einnahmen. Wie das Beispiel der Kasaner Kirche zeigt, zieht die russisch-orthodoxe Kirche dort die Eintrittsgelder als „Spenden“ ein, die sie nicht zu versteuern braucht. Offiziell beteuert die Kirche, diese Einnahmen würden lediglich für Unterhaltskosten verwendet. Die Isaakskathedrale, welche jährlich von über drei Millionen Touristen besucht wird, würde der Kirche weitere satte Einnahmen bescheren.

Die Gegner der Übergabe, darunter der Museumsdirektor der Isaakskathedrale Nikolai Burow und mehrere Stadtabgeordnete, haben sich bereits zum Widerstand formiert. Sie sowie tausende von Unterzeichner einer Petition verlangen ein Referendum in diesem Streit. Zwar ist eine solche Möglichkeit theoretisch vorhanden, doch die Chancen für ein Zustandekommen sind klein.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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