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Zahlen und Fakten: Inflation steigt – Attratkivität sinkt

Von   /  7. April 2009  /  5 Kommentare

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Markus Müller, St. Petersburg:  Die Inflation in Sankt Petersburg hat im ersten Quartal 2009 bereits die Hälfte des von der Regierung vorausgesagten Jahreswerts von 13% bis Ende 2009 erreicht. Mit 6.6% (Vorjahr 4.1%) erreicht St. Petersburg eine um 2.5% höhere Rate als im Vorjahr.

Der russische Warenkorb

Die Gewichtung des russischen statistischen Warenkorbs hat sich in 2009 gegenüber dem Vorjahr leicht verschoben. Der mittlere Preis lag Ende März bei 2204.10 Rubel ( 49,29 €) und hat sich seit Anfang 2009 um 4,9% verteuert.

Die Verteuerung des Warenkorbs gegenüber der Inflationsrate zeigt die Tendenzen der Krise. Die Breite der Bevölkerung  achtet beim Einkauf mehr auf die Preise. Teuere Nahrungsmittelgruppen nehmen weniger platz im Korb ein. Im  März wurde im vergleich zu 2008 deutlich mehr für Brot und Teigwaren ausgegeben als für das in Russland relativ teuere Obst und Gemüse.

Die Experten bewerten die Inflation im erwarteten Rahmen

Mit einer Inflation von 6, 6% liegt St. Petersburg dabei deutlich über dem Russischen Durschnitt von 5.4% (4.8%) und Moskau 5.6% (4,6%) . Experten bewerten den starken Anstieg der Preise im ersten Quartal als normal für Jahreszyklus und halten die Regierungsprognose von bis Jahreende eher als pessimistisch.  Kommt jedoch noch eine 2 Welle der Wirtschaftkrise auf das Land zu, so erwarten die Experten einen Anstieg der Inflation auf 15-18%.

Investorenattraktivität – Investitionsstandort „Russland“ auf dem letzten Platz für „Emerging Markets“*

Eine gerade veröffentlichte jährliche Studie**, welche unter 154 Private Equity Firmen die Stimmung bezüglich Investitionen Rahmenbedingungen und Beliebtheit von Investition in den jeweiligen Ländern abfrägt,  zeigt, dass die Erwartungen in Russland am pessimistischten eingeschätzt werden.

Russland rutschte um 3 Plätze auf den Letzten Platz noch hinter Afrika und den mittleren Osten.

Attraktivität der Investitionen
in den „emerging Markets“*

2009 2008 Veränderung
China 1 1 0
Brasilien 2 4 2
Indien 3 2 -1
Zentral und Ost-Europa plus Türkei 4 3 -1
Lateinamerika (ohne Brasilien) 5 7 2
Afrika (ohne Südafrika) 6 5 -1
Südafrika 7 9 2
Mittlerer Osten 8 8 0
Russland und GUS 9 6

-3

* aufkommende Märkte in  Schwellenländern

Daten Charts: St. Petersburger Herold

Quellen:  Rosstat, Föderaler Dienst für staatliche Statistiken,** Collers Emerging Markets Private Equity Survey 2009

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5 Kommentare

  1. Gin sagt:

    Vielen Dank für die Zahlen.. hab eine eigene Analyse der Preise in Abchasien gemacht. Da Abchasien auch in der Rubelzone liegt sind diese Daten vielleicht auch etwas Interessant. Es zeigt ein ganz anderes „nicht repr santives Bild“… es sieht nach einer geringeren Inflation aus.

  2. eva sagt:

    Danke für die vielen Anregungen, lieber bad guy.

    Ihre Haltung erinnert mich irgendwie an jene vergangenen Zeiten, als man in Russland Journalisten der „Zersetzung“ beschuldigte, weil sie nicht jeden Tag in überschwenglichem Optimismus darüber berichteten, wie vorbildlich zum Beispiel die Kinder betreut werden.

    Damals sahen alle Zeitungen gleich grau aus und trugen täglich auf der Titelseite das Foto des Generalsekretärs oder Präsidenten, begleitet von blumigen Worten darüber, wie herrlich doch alles sei. Solche Zeitungen gibt es in Russland zum Glück nur noch wenige, und ich glaube nicht, dass jemand ernsthaft in diese „positiven“ Zeiten zurück möchte.

    Damals wurden übrigens solche Leserbriefe wie sie schreiben gar nicht gedruckt – der Grund: sie waren zu wenig positiv:))

  3. bad guy sagt:

    schreiben gehoert nicht zu meinen staerken…

    als positive oder interessante themen fallen mir spontan ein:

    – vkontakte.ru – ein social network dass seinesgleichen sucht

    – minihotels verhalten sich antzyklisch und verzeichenen volle buecher

    – familien mit nachwuchs werden im ersten lebensjahr der tochter oder des sohns vorbildlich umsorgt und betreut

    – der fruehling haelt einzug und SPB wird herausgeputzt

    – artlebedev.ru, eine design fima von internationalem format

    – die russische art sclechte tage zu ueberstehen -> feiern was das zeug haelt…

    – tuk tuk tuk – lautsprechertest am Nevsky P.

  4. mm sagt:

    Prinzipiell möchte ich Ihnen schon beipflichten. Russland kommt in den westlichen Medien oft arg verzerrt und dunkel vor. Absolut nicht mit dem Lebensgefühl vergleichbar, das Mann / Frau hat, wenn Mann / Frau vor Ort in St. Petersburg lebt. Und sie sind nicht Der / Die erste Der / Die uns das rät. Aber bisher hatten wir selten die alternativen Vorschläge bzw. eine konkreten Hinweis wo es klemmt.

    Aber wir sind eine recht junge „Mitmachzeitung“. D.h. sie können die positiven Themen welche Sie interessieren gerne selbst publizieren. Entweder mit einem eigenen Artikel und einer Registrierung, oder mit einem knappen Hinweis an die Redaktion was sie den lieber lesen würden. (email [email protected]….) reicht. Wir versuchen ein Medium zu gestalten, welches Sankt Petersburger Nachrichten für die hier „lebenden“ Petersbürger in deutscher Sprache und zeitnahe bringt. D.h. für mich persönlich u.A. auch Wirtschaftsnachrichten mit lokaler Bedeutung (nicht immer nur mit globaler Relevanz oder aus der Moskauer Perspektive).
    Ich kanns sie nur motivieren uns Ihre Themen zu nennen und wir nemen die mit Schwung auf.

    Konkret zum Artikel: Die Zahlen und Fakten von Russ-Stat sind leider schlecht diskutierbar – und ich denke wenn ein Staat schon schlechte Nachrichten veröffentlicht, dann macht er das nur ungern also – werden die Zahlen wohl in etwa stimmen.

    Die Experten sagen ja selber das sie 13% Inflation für pessimistisch halten, d.h. wenn s nicht noch „Dicker“ kommt, sagen die Banker kann die Inflation sogar darunter bleiben. Wenn das keine gute Nachricht ist ?
    Das amerikanische Privat Equity Firmen z.Zt. schlechte Karten haben liegt meiner Meinung nach auch am Ort der Betrachtung und der ist ausserhalb von Russland.

  5. bad guy sagt:

    eigentlich haetten die schreiber dieser zeitung die moeglichkeit in ein anderes journalistisches horn zu blasen als der grosse zeitungsrest der welt indem sie mehr positive beitraege schreiben…

    doch anscheined fehlt es an fantasie, willen und ideen

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