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„Hüst- und Hott-Politik“ der russischen Ermittler im Fall „Arctic Sea“

Von   /  27. August 2009  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Im Fall des entführten, aber inzwischen befreiten Frachters „Arctic Sea“ hatte ein Vertreter der russischen Staatsanwaltschaft zum ersten Mal eingeräumt, dass das Schiff auch etwas anderes als Holz an Bord gehabt haben könnte. „Wir schließen diese Möglichkeit nicht aus“, sagte der Chefermittler der russischen Staatsanwaltschaft, Alexander Bastrykin, am Mittwoch der Zeitung „Rossijskaja Gaseta“. Um herauszufinden, ob ein Mitglied der Besatzung davon gewusst habe, seien alle 15 Seeleute zunächst in Moskau behalten worden.

Wenige Stunden nach Erscheinen des Interviews veröffentlichte das Pressebüros Bastrykin hingegen eine Erklärung, in der es hieß, das Schiff sei nicht „auf geheimer Mission“ unterwegs gewesen. „Wir verfügen derzeit über keine Informationen, laut denen das Schiff verbotenes Fracht befördern könnte“, erklärte der offizielle Sprecher des Ausschusses, Wladimir Markin, gegenüber.

Spekulation über Waffenexport – „Märchen“

„Auch Berichte russischer und ausländischer Medien über eine ‚geheime Mission‘ des Frachters entsprechen nicht der Wirklichkeit“, versicherte er. Damit schwenkte Bastrykin wieder auf die offizielle russische Linie ein. Moskaus NATO-Botschafter Dmitri Rogosin wies die Spekulationen über einen möglichen Waffentransport unter anderem als „Märchen“ zurück.

Die angeblich mit Holz beladene „Arctic Sea“ war am 23. Juli nach Algerien aufgebrochen. Einen Tag später verschwand das Schiff, das unter maltesischer Flagge fährt und im Auftrag einer finnischen Reederei unterwegs war. Die mysteriöse Fahrt endete Anfang vergangener Woche vor den Kapverden, wo ein russisches Kriegsschiff den Frachter aufbrachte.

Mittlerweile ist gegen die acht mutmaßlichen Entführer des Frachters „Arctic Sea“ offiziell Anklage erhoben worden. Wie der Untersuchungsausschuss bei der russischen Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, werden ihnen Piraterie und Entführung vorgeworfen. Einer der Angeklagten gelte als Organisator, bei den anderen handle es sich um mutmaßliche Komplizen. (russland.ru)

www.russland.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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