Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Hunderte von Festnahmen bei Demos nach der Präsidentenwahl

Von   /  6. März 2012  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

TOPTICKER.- Anhänger und Gegner des am Sonntag zum Präsidenten gewählten Regierungschefs Wladimir Putin demonstrierten am Montag auf zentralen Plätzen der beiden größten russischen Städte Moskau und St. Petersburg.


Nach polizeilichen Angaben wurden auf dem Moskauer Lubjanka-Platz etwa 50 Personen festgenommen, darunter der Skandalautor Eduard Limonow. Die Opposition sprach von 100 Festnahmen. „Bei den Festgenommenen handelt es sich um Anhänger des verbotenen National-Bolschewistischen Partei. Sie wollten eine von den Stadtbehörden nicht genehmigte Protestkundgebung durchführen“, hieß es.

Festnahmen wurden auch aus der Newa-Metropole St. Petersburg gemeldet. Vor dem Gebäude des Stadtparlaments wollten rund 800 Oppositionelle gegen das ihrer Ansicht gefälschte Ergebnis der Präsidentenwahl vom vergangenen Sonntag protestieren.

Die Polizei nahm zwischen 70 und 400 Menschen vorübergehend fest – unter ihnen war auch der Petersburger „Jabloko“-Abgeordnete Maxim Resnik. Resnik beschwerte sich über das grobe Vorgehen der Polizei und kündigte an, als Parlamentarier gegen die Verantwortlichen in der Polizeiführung vorzugehen.

Brandsätze gegen Polizei geworfen

Die Kundgebungen verliefen weitgehend friedlich – die Festgenommenen wurden nicht verurteilt. Lediglich in zwei Fällen wird ermittelt, nachdem Brandsätze aus der Menge gegen die Polizei geworfen wurden.

In Moskau versammelten sich Putins Anhänger auf dem zentralen Manegeplatz – etwa 100 000 Menschen. Vertreter der Regierungspartei Geeintes Russland riefen Putins einstige Rivalen auf, Anstrengungen im Interesse des Aufbaus eines starken Russland zu vereinigen.

Für die nächste Zeit plane Geeintes Russland keine Manifestationen mehr, hieß es. Nach offiziellen Angaben der Zentralen Wahlkommission hatte Putin nach der Auswertung der 100 Prozent der Wahlzettel 63,6 Prozent der Stimmen erhalten.

Jawlinski fordert Alternative zur gegenwärtigen Macht

Die größte Kundgebung der Opposition fand auf dem Puschkin-Platz statt. „Die Opposition soll dem Land eine Alternative zur gegenwärtigen Macht vorschlagen“, sagte Grigori Jawlinski, einer der Begründer der Partei Jabloko, vor 14.000 bis 20.000 Anhängern.

„Wir müssen eine Alternative anbieten. Die Politik beginnt erst, wenn die Gegner des Systems und des Regimes eine richtige Alternative präsentieren“, sagte der Politiker auf der Kundgebung „Für faire Wahlen“. „Wir werden die Machthaber bald dazu zwingen, eine Neuwahl auszutragen, und dabei gewinnen“, betonte Jawlinski. Die Wahlleitung hatte dem Politiker die Registrierung als Präsidentenkandidat verweigert. (rian./eva.)

Bild: Alexander Utkin/ Ria Novosti

www.rian.ru

www.fontanka.ru

Weitere Neuigkeiten finden Sie auf unserem Nachrichtenticker >>>

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Putin offiziell mit über 60 Prozent gewählt – Beobachter halten Wahl für manipuliert

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Petersburger Gouverneur Poltawtschenko ausgewechselt

mehr…