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Holländisch-russischer Konflikt: Kriegsschiff wird Einfahrt nach Petersburg verweigert

Von   /  13. Oktober 2013  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- Der aussenpolitische Konflikt zwischen Holland und Russland wegen der Verhaftung eines russischen Botschafters in Den Haag hat an seinem letzten Tag auch Petersburg erreicht. Von sechs Nato-Schiffen kamen nur vier zum Freundschaftsbesuch – dem holländischen Minensucher „Makkum“ wurde nach inoffiziellen Informationen die Einfahrt verweigert, der belgische „Narcis“ blieb aus Solidarität ebenfalls draussen.


Sowohl russische Behörden wie auch Nato-Stellen beteuerten gegenüber den Journalisten von Fontanka.ru, das Wegbleiben der beiden Schiffe habe nichts mit der politischen Verstimmung zwischen den beiden Staaten zu tun. Wie das Kommando der Kampfgruppe erklärt hatte, erlaube das russische Seerecht lediglich die gleichzeitige Einfahrt von vier Kriegsschiffen einer fremden Nation in russische Häfen. Die zwei fehlenden Schiffe kämen zwei Tage später nach dem Auslaufen der ersten Gruppe nach Petersburg.

Nachforschungen ergaben jedoch, dass dies nicht stimmt – nicht erlaubt sind lediglich Einfahrten von mehr als drei Schiffen des selben Staates, doch im vorliegen Fall kommen alle Schiffe aus verschiedenen Ländern. Auch die geäusserte Begründung, für sechs Kriegsschiffe sei an der Petersburger Mole zu wenig Platz, konnte nicht stimmen. Jedes Jahr am Tag der Flotte legen dutzende von Kriegsschiffen in Petersburg an. Ausserdem war bereits im Oktober 2004 ein Nato-Freunschaftsbesuch mit sechs Kriegsschiffen ohne Probleme über die Bühne gegangen.

Voreiliger Entschluss des russischen Kommandos

Viel einleuchtender war die Erkärung, die man aus inoffizieller Quelle erhielt. Demnach erreichte die Schiffsgruppe die russischen Hoheitsgewässer genau zum Höhepunkt des diplomatischen Schlagabtausches, und der russische Generalstabschef Valeri Gerassimow verbot dem holländischen Schiff die Einfahrt. Das geschah etwas voreilig, denn am Abend des 9. Oktober sorgten die Holländer mit einer Entschuldigung auf höchster Ebene für eine schlagartige Entspannung der Lage.

Der holländischen Entschuldigung folgte prompt jene der russischen Marine für das „Missverständnis“ zusammen mit der Bitte, die Sache nicht an die grosse Glocke zu hängen. Das war wohl in aller Intresse, doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Vierer-Hauptgruppe bereits Petersburg erreicht, und man brauchte eine plausible Erklärung für das Wegbleiben der Kameraden aus Holland und Belgien. (eva)

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Das nennt man vorauseilenden Gehorsam. Das kennen wir aus Deutschland auch ganz gut. Unser GrössterFührerallerZeiten (GröFaZ) hat ja auch nie eine Endlösung befohlen, das haben seine Helferlein auch ohne schriftliche Anweisung bewerkstelligt.
    Wer glaubt das so ein Verhalten mit dem Ende der Diktatur aufhört kennt die Eigendynamik der Beamtenseelen in Ost und West schlecht. Beim Speichellecken immer an der fordersten Front. Und wir bloeden Buerger bezahlen das Theater auch noch.

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