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Hochhaus-Streit in Petersburg: Gerichtsklage gegen Bau von Gazprom-Turm abgewiesen

Von   /  14. September 2009  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Ein Bezirksgericht von Sankt Petersburg hat die Klage auf den Widerruf des Beschlusses über den Bau eines 400 Meter hohen Gazprom-Hauses in unmittelbarer Nähe zum historischen Stadtkern abgewiesen. Das teilte der Kläger und Koordinator der „Bewegung für Bürgerinitiativen“, Jewgeni Koslow, RIA Novosti mit. Dem Bauprojekt war bei öffentlichen Anhörungen am 1. September grünes Licht gegeben worden.

Das Bauprojekt für das „Öffentliche Geschäftszentrum Ochta“ (ODZ), wo unter anderem das Büro des Unternehmens „Gazprom neft“ untergebracht werden soll, sieht die Errichtung eines Wolkenkratzers an der Newa-Uferstraße und eines Geschäftsviertels in der Nähe vor.

Höchstens 100 Meter

Das Projekt hatte heftige Diskussionen unter den Stadtbewohnern ausgelöst, die befürchten, dass das Hochhaus das Panorama der so genannten nördlichen Hauptsstadt, deren historisches Zentrum auf der UNESCO-Kulturerbeliste steht, zerstören könnte. „Das Gericht hat unserem Antrag nicht stattgegeben“, sagte Koslow. Ihm zufolge sollen die Gründe für den Gerichtsbeschluss erst am kommenden Dienstag erläutert werden. Danach werde eine Berufungsklage gegen den Gerichtsbeschluss erörtert.

Die Stadtregierung hatte im ersten Halbjahr die Arbeit an der rechtlichen Basis für die Bautätigkeit in der Stadt abgeschlossen. Wie die Behörden versicherten, sollten der neue Generalplan, das Gesetz über die Schutzgebiete sowie die Regeln zur Nutzung von Grundstücken und zur Stadtbebauung neue „städtebauliche Fehler“ völlig ausschließen. Demgemäß dürfen in den von Gazprom gewählten Stadtgebieten höchstens 100 Meter hohe Häuser gebaut werden.

Gegner und Befürworter organisieren sich

Prominente von Sankt Petersburg sowie Initiativgruppen hatten die Stadtbehörden ersucht, den Bau des Hochhauses zu unterbinden. Auf der Webseite bashne.net sind knapp 7500 Unterschriften gegen den Bau des Gazprom-Turmes gesammelt worden. Zugleich haben mehrere bekannte Petersburger in Werbespots des Energiekonzerns den Bau des Wolkenkratzers befürwortet.

Die Petersburger Kommission für städtische Bodennutzung und Bebauung hatte Mitte August den Antrag des Unternehmens ODZ auf die Genehmigung für „die Abweichung von den Grenzparametern der erlaubten Bebauung“ erörtert und an die gleichnamige Kommission des betreffenden Stadtbezirkes weitergeleitet. Bei den öffentlichen Anhörungen zu dieser Frage am 1. September wurde dem Antrag des Unternehmens ODZ entsprochen, was stürmische Proteste unter der Bevölkerung ausgelöst hat. (rian)

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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