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Hauskrach an der Staatlichen Universität eskaliert: Journalismus-Fakultät wird durchsucht

Von   /  22. September 2009  /  1 Kommentar

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TOPTICKER.- An der Journalismus-Fakultät der Staatlichen Petersburger Universität läuft seit gestern morgen eine Hausdurchsuchung wegen der Anschuldigung der Dekanin Marina Schischkina wegen Unterschlagung von Budget-Geldern in der Höhe von rund 750.000 Rubel (umgerechnet zirka 17.000 Euro).

Laut offizieller Erklärung soll sich Schischkina das Geld illegal in Form von Lohnzuschlägen angeeignet haben. Schischkina, die erst aus den Medien von dem Verfahren und der Durchsuchung erfahren hat, erklärt, solche Zuschläge zum offiziellen Gehalt seien von der Universitätsleitung für alle Mitarbeiter der Fakultät von der Universitätsleitung genehmigt worden.

Verhör durch das „Extremismus-Dezernat“

Sie sieht das ganze Prozedere als weitere Folge in der Intrige gegen sich und ihren Mann. „Die Hausdurchsuchung zeigt am besten, in welchen Händen sich unsere Alma Mater befindet“, erklärte sie schockiert gegenüber der Lokalzeitung „Moi Rayon“. Wenige Tage vor der Untersuchung war Schischkina ausserdem von Zivilbeamten der Abteilung „E“ (Abteilung gegen Extremismus-Verbrechen) befragt worden – die Motive für dieses Verhör sind unbekannt.

Skandal um Ex-Vorsteher der medizinischen Fakultät

Schischkina war am 6. August vom Rektor das Vertrauen entzogen worden, nachdem sie öffentlich die Führungspolitik der Staatlichen Universät kritisiert hatte. Studenten hatten mit Einzelpiketts gegen die Entlassung Schischkinas demonstriert und nach Verhandlungen erreicht, dass Schischkina nicht entlassen wurde.

Dem Krach um die Dekanin war ein Skandal um ihren Mann Sergei Petrow, dem früheren Leiter der medizinischen Fakultät vorangegangen. Petrow war im April nach dem Wechsel des Rektors entlassen worden und hatte daraufhin die Universität kritisiert. Kurz darauf wurde ein Ehrverletzungsverfahren und eine Untersuchung wegen Unterschlagung gegen ihn eingeleitet.

www.mr7.ru

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  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 22. September 2009
  • Von:
  • Zuletzt geändert: September 23, 2009 @ 11:09 am
  • Rubrik: Aktuell, Ticker

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    Zitat aus Euerer Zeitung….

    http://www.spzeitung.ru/2009/01/13/boris-strugazki-die-schrauben-werden-weiter-angezogen/

    Boris Natanowitsch Strugatzki

    «im Staub des Staub des Straflagers gesäubert» – Beria ist seit langem abgetreten, aber die Prinzipien unserer Gesetzeshüter haben sich wenig geändert.

    “Jeder der sich gegen den Staat ausspricht hat keine Schonfrist, Duldung oder Gnade zu erwarten“.

    Das ist keine Rache, das ist ein allgemeines Prinzip, kein Teil der Mentalität oder gar die persönliche Anordnung der Mächtigen, es entzieht sich jeglicher Analyse oder Überprüfung. Es ist “der Instinkt des Systems”. Gnade ist unnatürlich und kontraproduktiv. Damit müssen wir ebenfalls noch lange leben.

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