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Handgemenge konkurrenzierender Lenta-Supermarkt-Direktoren von der Polizei aufgelöst

Von   /  14. September 2010  /  1 Kommentar

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Von Eugen von Arb

Am Montagnachmittag kam es vor dem Petersburger Hauptquartier der Lenta-Supermarktkette zu einem Handgemenge von Vertretern konkurrenzierender Firmenteilhaber, schreibt der “Kommersant”. Der im Juli abgesetzte Generaldirektor Jan Dunning, der die Aktionäre TGP Capital und WTB Kapital vertritt, versuchte sich Zugang zu dem Gebäude an der Uliza Sawuschkina zu verschaffen.


Er wurde von Wachmännern, dem Lenta-Verwaltungsratsvorsitzenden Dmitrii Kostygin, sowie vom amtierenden Generaldirektoren Sergei Juschenko daran gehindert und verliess nach der Auseinandersetzung den Standort. Laut Juschenko wollte Dunning sein Rückkehr unter Vorweisung eines Verwaltungsratsbeschlusses erzwingen – dieser sei jedoch ungültig, weil auf dem Dokument die Unterschrift von August Meyer fehle, dessen Interessen Juschenko vertrete.

Die Seite von Dunning wiederum beruft sich darauf, dass die Verwaltungsratssitzung, an der Dunning entlassen worden sein soll, gar nicht stattgefunden habe und deren Beschlüsse damit ungültig seien. Der Konflikt zwischen den beiden Parteien hatte sich im Oktober 2009 entfacht, als der Aktionär Oleg Scherebzow nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Mehrheitsaktionär August Meyer (40,6 Prozent) seine Anteile an TGP Capital (24 Prozent) und WTB Kapital (6 Prozent) verkaufte.

Jan Dunning war der Kompromiss-Kandidat nach dem Verkauf, der laut einer Vereinbarung zwischen den Eignern durch Sergei Juschenko abgelöst werden konnte, falls seine Arbeit nicht befriedige. Von dieser Regelung machte Meyer diesen Juli Gebrauch – doch die Gründe für Dunnings Entlassung waren umstritten. Die Seite von TGP Capital und WTB Kapital klagten Dunnings Absetzung vor Gericht an, unterlagen jedoch.

Bei der verhinderten Rückkehr Dunnings war erstaunlich schnell die Polizei zur Stelle – gegenüber den Medien gab der Polizeipressedienst an, man sei lediglich durch Passanten herbei gerufen worden und mische sich nicht in die Firmeninternen Konflikte ein.

Bild: Wikimedia Commons

www.kommersant.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. realsatire sagt:

    joo das ist ja lustiger als die versteckte Kamera.

    Mal hilft die Miliz dem einen Direktor, mal dem anderen, Vorstandswahlen finden in Abwesenheit der Eigentümer statt, Firmen werden von Ihren Buchaltern geraided. Also langweilig wirds den Wirtschaftstreibenden hier nicht. Wie immer eine Vertrausenbidldende Nachricht für ausländische Investoren in Russland.

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