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Gustav Mahler als Dirigent, Operndirektor und Komponist

Von   /  21. April 2010  /  Keine Kommentare

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Von Markus Müller

Der Leiter der Musiksammlung der Wiener Bibliothek im Rathaus, Dr. Thomas Aigner, hat in der Majakowski-Bibliothek einen kurzweiligen und lehrreichen Vortrag über Gustav Mahler als Komponist, Operndirektor und Dirigent gehalten.

In einem biografischen Teil umriss der Referent die wichtigsten biografischen Punkte: Mahlers Jugend im heutigen Tschechien, die ersten Engagements u.A. in Laibach, Olmütz, Kassel, Hamburg und Leipzig. Vielbeschäftigt als Dirigent und Operndirektor konnte er sich oft nur in den Ferien seinen Kompositionen widmen.

Workoholic mit vielen Liebschaften

Seine Konvertierung zum katholischen Glauben war nötig, um den Posten des ersten Kapellmeisters und Hofoperndirektors in Wien zu erhalten. Seine vielen Liebschaften zu Sängerinnen und die strapazierende Ehe mit der jungen Alma Schindler beeinflussten den Workaholic Mahler genauso wenig wie seine körperlichen Leiden.

Aigner zeigte auch weniger bekannte Aspekte auf – die Hochzeitsreise 1902 nach Sankt Petersburg, den Einfluss der Wiener Sezession, den Aufbruch und die Geisteshaltung des Fin-de-Siècle in der Wagner Bewunderer Mahler fest integriert war.

Breite musikalische Bandbreite

Beeindruckend mit welcher musikalischen „Bandbreite“ sich der Künstler beschäftigte. So konnte Aigner anhand von originalen Partituren aufzeigen, dass Gustav Mahler sich um jedes Detail seines riesigen Musikbetriebs im Zweifel selbst kümmerte, kopierte, redigierte und mit unermüdlichem Fleiss seine Mitarbeiter an den Rand des Nervenzusammenbruchs trieb.

Auch animierte er wichtige Künstler zur Mitarbeit – zum Beispiel Alfred Roller, der von Mahler animiert die ersten als modern zu bezeichnenden Bühnenbilder entwarf, darunter auch für die dann verbotene Oper Salomé von Richard Strauss.

Abgerundet durch musikalisch Beispiele hat uns Dr. Aigner den Menschen Gustav Mahler in die Gegenwart gebracht und Neugier geweckt sich für das Werk zu interessieren. Es wird wieder Zeit, sich Mahlers Werk anzuhören.

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