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Grossangelegter Kriegsmaterial-Schmuggel an russisch-finnischer Grenze aufgedeckt

Von   /  20. Dezember 2016  /  Keine Kommentare

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eva.- Der russische Geheimdienst FSB hat einen gross angelegten Schmuggel mit hochwertigem Kriegsmaterial aus Russland aufgedeckt. Unter anderem wurden Ersatzteile für Kampfjets aus der Rüstungsproduktion abgezweigt und zu Preisen weit unter dem Marktwert verkauft.

Der Schwarzhandel wurde von vier Russen zwischen Wyborg und Helsinki abgewickelt, schreibt Fontanka.fi. Bei der Ware handelte es sich um teure Ersatzteile aus diversen russischen Rüstungsbetrieben mit einem Wert von 20.000 Euro und mehr, die im offiziellen Handel bis zu zehn Mal mehr Kosten. Die Teile wurden aus fiktiven Gründen abgeschrieben und über Moskau und Petersburg schliesslich über die Grenze nach Helsinki gebracht wurden.

Dort betrieb eines der Bandenmitglieder einen offiziellen Handel mit all jenen Ländern, in denen russische Waffensysteme verwendet werden: China, Indien, Arabische Emirate und Peru. Die Scheinfirma, die als offizielle Vertretung auftrat, bot ihren Kunden sogar eine Umtauschgarantie an, was belegt, wie reibungslos der Schmuggel funktionierte.

Turbinenteile für Suchoi-Kampfjet

Die Polizei, die bei Wohnungsdurchsuchungen grosse Geldsummen in Rubel, Euro und Dollar sicherstellte, schätzt den Jahresumsatz der Schmugglerbande auf rund fünf Milliarden Rubel (rund 71 Millionen Euro). Als Beispiel für eine „Bestellung“ nannte der Geheimdienst eine Scheibe für die Hochdruckturbine des Kampfjets Su-27, der auf dem Graumarkt zum Preis ab 110.000 Euro angeboten wird, offiziell aber rund eine halbe Million kostet (bei einem Gesamtpreis von 30 Millionen Dollar pro Flugzeug).

Das Ersatzteil wurde als Paket per Bahn von Moskau nach Petersburg gebracht, dort mehrmals verschoben und schliesslich in die Grenzstadt Swetogorsk gebracht und dann einem Fernfahrer übergeben. Nachdem dieser die Zollkontrolle passiert hatte, schlug der Geheimdienst zu.

Bild: Eugen von Arb/SPB-Herold (Archiv)

www.fontanka.fi

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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