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Goethe-Filmfestival mit deutschen, schweizerischen und österreichischen Akzenten

Von   /  2. Dezember 2013  /  Keine Kommentare

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pd./awi.- Vom 5. bis 8. Dezember 2013 findet im Kino „Aurora“ das Festival des deutschen Films statt, welches heuer sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Als Organisator tritt das Goethe-Institut St. Petersburg auf, unterstützt vom Schweizer Generalkonsulat und der Filmförderung Baden-Württemberg.

Beim Festival  werden Werke von Preisträgern namhafter internationaler Filmfestivals und von Gewinnern des Deutschen Filmpreises zu sehen sein, weiters Filme, die in Koproduktion mit verschiedenen europäischen Ländern entstanden, Debüts junger Regisseure und Werke etablierter Klassiker. Den Veranstaltern ist es dabei wichtig, die große Vielfalt des deutschen Kinos erfahrbar zu machen.

Als erster Film wird „Zwei Leben“ zu sehen sein, ein Film von Georg Maas, der auch selbst bei der Eröffnung des Kinofestivals anwesen ist. “Zwei Leben” geht in der Kategorie “Bester nicht-englischsprachiger Film” ins Rennen um den Oscar, dessen Verleihung am 2. März 2014 stattfinden soll. Das Leben der Hauptfigur ist eng mit zwei immer noch nicht vollständig erforschten Mysterien deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden: dem nationalsozialistischen Projekt „Lebensborn“ und den Aktivitäten der Stasi.

Schwarzweisser Berliner Alltag

Der mit den meisten Preisen ausgezeichnete Film des Programms ist Jan Ole Gersters Tragikomödie „Oh Boy“ – die schwarz-weiße Chronik eines Tages im Leben eines Berliner Outsiders. Im Frühjahr wurde Gersters Film in sechs Kategorien mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, darunter in der wichtigsten als bester Film.

Die Handlung zweier weiterer Festival-Filme spielt vor dem atemberaubenden Panorama der Alpen. Julian Pölslers „Die Wand“ ist eine weibliche Version von „Robinson Crusoe“, die Geschichte einer Frau, die sich allein inmitten gleichgültiger und gefährlicher, zugleich atemberaubend schöner Natur behaupten muss. In der Verfilmung von Marlen Haushofers gleichnamigen Roman ist Martina Gedeck („Das Leben der Anderen“) zu sehen.

Dunkles Kapitel in der schweizerischen Geschichte

„Der Verdingbub“ von Markus Imboden erzählt von einem der dunkelsten Momente der schweizerischen Geschichte: Im Verlauf eines knappen Jahrhunderts wurden Kinder aus Heimen in Familien gegeben, die als Bergbauern tätig waren und die Pflegekinder als kostenlose Arbeitskräfte ausbeuteten. Das schlichte Drama wurde zu einem der größten Kassenerfolge in der gesamten Geschichte des schweizerischen Films.

Ebenfalls im Programm sind zwei bemerkenswerte Debüt-Filme: „Die Brücke am Ibar“ ist Michaela Kezeles erster Spielfilm und erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer serbischen Witwe und einem kosovarischen Soldaten während des Kosovokriegs. „Das merkwürdige Kätzchen“ ist ein virtuoses Werk des Regisseurs Ramon Zürcher, das von einem Tag aus dem Leben einer durchschnittlichen Berliner Familie berichtet.

„Exit Marrakech“ und „Hannah Arendt“
Nicht fehlen darf natürlich auch ein Kinderfilm im Programm. Johannes Schmids „Wintertochter“ ist ein weihnachtliches Märchen über ein Mädchen, das sich gemeinsam mit ihrer Nachbarin auf die Suche nach ihrem Vater, einem russischen Seemann, begibt.

Von besonderem Interesse werden die Filme zweier der berühmtesten Regisseurinnen des deutschen Kinos sein: Oscar-Gewinnerin Caroline Link drehte in Marokko die Familiensaga „Exit Marrakech“ über eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung und Margarethe von Trotta brachte in „Hannah Arendt“ die Biographie der berühmten Philosophin und Politikwissenschaftlerin auf die Leinwand, deren Theorien den Blick auf die Täter des Holocaust nachhaltig veränderten.

Das ausführliche Programm:

Donnerstag, 05.12.2013
Festivaleröffnung
Zwei Leben (12+)
18:30     Gast:
Regisseur
Georg Maas

Die Brücke am Ibar (16+)
21:40

Freitag, 06.12.2013
Oh Boy (12+)
19:00     Gast:
Produzent
Marcos Kantis

Die Wand (12+)
21:10

Samstag, 07.12.2013
Wintertochter (6+)
12:30

Das merkwürdige Kätzchen (12+)
16:20     Gäste:
Regisseur
Ramon Zürcher und Produzent
Silvan Zürcher

Der Verdingbub: (16+)
18:20

Sonntag, 08.12.2013
Exit Marrakech (12+)
14:30

Hannah Arendt (12+)
16:50
Abschlussfilm
Schuld sind immer die anderen: (12+)
19:00     Gast: Schauspielerin Julia Brendler

Der Preis für die Karten, die zum 4. Dezember gekauft werden, beträgt für alle Vorstellungen 150 Rubel. Danach kosten die Karten 250 Rubel. Der Preis für die Vorführung von „Die Wintertochter“ beträgt – unabhängig vom Datum des Kaufes – 100 Rubel. Alle Filme werden auf Deutsch mit russischen Untertiteln gezeigt.

Kino „Awrora”, Newski Prospekt 60, 315-52-54, www.avrora.spb.ru
www.goethe.de/stpetersburg

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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