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GM muss deutlichen Gewinnrückgang in Russland wegstecken

Von   /  28. August 2010  /  Keine Kommentare

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rian.- Kurz vor Beginn des Börsengangs hat der US-Autohersteller General Motors erstmals seine russischen Finanzzahlen veröffentlicht, schreibt die Zeitung „Wedomosti“. Vom 10. Juli 2009 bis Jahresende machte der Gewinn des Autoriesen 246 Millionen US-Dollar aus. Das ist 50 Prozent weniger als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres (430 Millionen US-Dollar). Der gesamte Erlös des US-Autokonzerns in Russland stürzte fast um 66,7 Prozent im Vergleich zu 2008 ab – das sind zwei Milliarden US-Dollar.

GM verkauft in Russland Chevrolet, Opel, Cadillac und entwickelte eines der größten Vertriebsnetze in Russland. In einer Vorstadt von St. Petersburg baute GM ein Autowerk. Zudem ist der Autobauer zur Hälfte am Gemeinschaftsunternehmen GM-AvtoVAZ beteiligt. Der US-Konzern schätzte sein Grundkapital in Russland am das Ende des vergangenen Jahres auf 118 Millionen US-Dollar. Das Jahr 2008 war das erfolgreichste für GM: Bei 338.000 (+30 Prozent) verkauften Autos konnten die Einnahmen um 33 Prozent gegenüber 2007 gesteigert werden. Russland war für GM eines der wenigen Länder gewesen, in denen 2008 ein Wachstum zu erkennen gewesen war.

Dennoch gingen die Verkäufe in Russland im vergangenen Jahr um 58,3 Prozent auf 142.000 Autos zurück. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind sie um weitere 20,2 Prozent auf 67.000 Autos im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres zurückgegangen. Dabei ist der russische Automarkt um drei Prozent gewachsen. GM ist in Russland nach wie vor das zweitgrößte Unternehmen nach der Verkaufsmenge. Die Nummer eins ist der russische Autohersteller AvtoVAZ. Auf Platz drei rangiert die Volkswagen Group, die gegenüber GM allmählich aufholt. Der GM-Marktanteil in Russland ging in den vergangenen sechs Monaten von 9,4 auf 8,3 Prozent zurück.

Im Mai wurde James Bovenzi zum GM-Präsident für Russland und GUS-Staaten ernannt. Zuvor war Bovenzi GM-Vizepräsident für Einkäufe in Asien gewesen. Die Ernennung eines „Produktionsarbeiters“ auf diesen Posten in Russland hängt damit zusammen, dass GM seine Produktion in Russland ausbauen will.Laut Jelena Sachnowa, Analystin von VTB Capital, ist das Produktionswachstum in Russland eine logische Konsequenz. Es gebe eine Tendenz zur Wiederherstellung der Nachfrage für GM-Fahrzeuge. Nach Angaben der Association of European Businesses hat GM im Juli dieses Jahres um elf Prozent mehr Autos in Russland verkauft als im Juli des vergangenen Jahres, so Sachnowa.

Wie Iwan Bontschew vom Beratungsunternehmen Ernst&Young mitteilte, ist der russische PKW-Verkaufsmarkt um 47,4 Prozent auf 937 Milliarden Rubel (1 Euro = 38,9 Rubel) zurückgegangen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres ist er im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres um 2,4 Prozent auf 517 Milliarden Rubel gewachsen. Die größten ausländischen Autohersteller verheimlichen ihre Zahlen in Bezug auf Russland in ihren Jahresberichten. In ihren in Russland registrierten Tochterunternehmen wurde im vergangenen Jahr ebenfalls ein riesiger Rückgang beim Erlös zu erkennen. Der Gewinn des Unternehmens Ford Motor Company (Vertrieb und Herstellung der Autos im Ford-Werk in Wsewoloschsk bei St. Petersburg) stürzte im vergangenen Jahr um 64,3 Prozent auf 53,4 Milliarden Rubel ab. Bei Toyota Motor (Vertrieb von Lexus und Toyota, die auch in Russland hergestellt werden) war ein Rückgang um 50 Prozent auf 83,6 Milliarden Rubel zu erkennen, bei Volkswagen Group Rus um 17,4 Prozent auf 82,1 Milliarden Rubel.

Bild: www.chevrolet.ru

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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