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„Generator der Universen“ in der Galerie „Artmusa“

Von   /  21. Januar 2015  /  Keine Kommentare

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eva.- Der surrealistische Maler Alexei Andrejew und der Bildhauer Igor Iwanow ebnen ihrem Publikum mit ihrer Ausstellung in der Galerie Artmusa einen poetischen Weg ins All der Fantasien. Die beiden Künstler erweitern sich gegenseitig ihre Perspektiven und ergänzen einander perfekt.


Der Ausflug führt einen in ein futuristisches Eisenland – ein schwarzer Planet, auf dem in riesigen Hochhäusern Millionen unbekannter Ausserirdischer in ihren Zellen leben und sich lautlos auf Raumgleitern von Etage zu Etage bewegen. Das schwarzgraue Eisen ist Plastik und die hunderten von Zellen werden beim Nähergehen zu Elementen und Rastern von Computermodulen. Schaltplatten und Lüftungen, Eingeweide der Datenmaschinen, die von Igor Iwanow schwarz gefärbt und zu einer gespenstischen Fantasiewelt zusammengefügt wurden.

Das Ganze wäre zu düster, wenn sich im Hintergrund nicht noch Iwanows bunte Bild-Reliefs. Auch sie sind aus Schaltplatten und Kunststoffelementen zusammengefügt, wirken jedoch von weitem wie Mandalas. Wie eine weitere Dimension wirken die riesigen surrealistischen Bilder Alexei Andrejews. Sie geben den dreidimensionalen Arbeiten Iwanows noch mehr Tiefe und entschärfen deren bedrohlichen Charakter. Witz, Poesie und Besinnlichkeit steckt in den grossformatigen Szenen.

Blick auf den Horizont und in den Abgrund

In einer von ihnen bestaunen zwei Kinder den Flug eines gewaltigen Düsenjets, der am Horizont vorbeizieht. Doch der Horizont ist gleichzeitig ein Abgrund ins Unendliche, das Mädchen und der Junge scheinen gleichzeitig im Gras zu liegen und in der Luft zu hängen, ihre Velos „rutschen“ über den Bildrand hinaus. Meisterhaft verschachtelt Andrejew in seinen Bildern die Dimensionen und führt den Betrachterblick an der Nase herum.

Andere Bilder sind stiller: Ein Mädchen in Yoga-Pose hält fliegende Fische und schwebende Ozeandampfer an hauchdünnen Schnüren. Alles schwebt über einem Wolkenmeer in einem gespenstisch-prächtigen Gleichgewicht.  Von einer Brücke springen Jugendliche ins Bodenlose – alles Schwere, alle Ängste, alle Schwere bleibt hinter ihnen – sie können fliegen. Die beiden Künstler verbindet nicht nur ihre Fantasie, sondern auch ihre Liebe zur Architektur. Während Andrejew sich daneben mit Animationsfilmen beschäftigt, ist Iwanow neben seinem Kunstschaffen Dekorator. Ihre fantastischen Welten sind für einander geschaffen.

Bis am 18. Februar. Galerie für zeitgenössische Kunst Artmusa, 13. Linie 70. Eintritt frei. www.artmuza.spb.ru

www.alexandreev.com
www.igo-art.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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