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„Geisterschiff“ Arctic Sea taucht vor französischer Küste auf und verschwindet wieder

Von   /  16. August 2009  /  Keine Kommentare

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russland.ru.- Mehr als zwei Wochen war sie verschwunden, nun ist der „Fliegende Holländer“ auf einem Trackingsystem, auf dem das Schiff vor zwei Wochen verschwand, heute um 10 Uhr und 8 min ( MEZ) wieder aufgetaucht. Das Trackingsystem zeigt das Schiff rund 150 Seemeilen südwestlich vor St. Nazaire, Frankreich. Ob es sich nun nur um das automatische Sendesystem handelt, welches vielleicht zu einem anderen Schiff gebracht wurde, oder ob es wirklich die Arctic Sea ist, kann im Moment noch nicht gesagt werden.

Die Kennung gegen 10:50 Uhr MEZ wieder verschwunden.

Zumindest die Kennung wurde wieder empfangen, ein Tracking war aber nicht möglich. Die Peilsysteme arbeiten im UHF-Funkbereich und haben dadurch eine Reichweite von etwa 100 Seemeilen. Ist also ein Schiff weiter von der Küste entfernt, kann es nicht mehr geortet werden.  Sollte die Arctic Sea ihren Kurs und die Geschwindigkeit beibehalten, könnte sie um 16 – 18 Uhr ( MEZ ) wieder im Bereich von Empfangsstationen sein. Der zuletzt getrackte Kurs verlief in Richtung Nordküste Spaniens/Portugal.

„Sowfracht Maritime Bulletin“ meldet ebenfalls Signale

Der russische Informationsdienst „Sowfracht Maritime Bulletin“ meldete jetzt ebenfalls, dass die Peilung des Schiffes am Samstag überraschend wieder erschien. Laut „Sowfracht“ habe sich der Frachter um 10.30 MEZ im Golf von Biskaya befunden. Dann sei das Signal wieder verschwunden..

Als das AIS (Automatic Identification System ) der Arctic Sea plötzlich wieder erschien, gab es laut „Sowfracht“ die Koordinaten 46.0932N 6.757967W Kurs 214 Grad Geschwindigkeit 10,3 Knoten an. Die „Sowfracht“-Daten wurden um 12.30 Uhr Moskauer Zeit, also etwas über 20 Minuten nach unseren Trackinginformationen festgestellt. Auch das Containerschiff die MSC Donata, die unter panamaischer Flagge fährt, war in der Nähe der Arctic Sea. Die Peilung der MSC Donata ist ebenfalls im Moment nicht zu empfangen.

Was versteckt die Reederei?

Immer unklarer wird das Verhalten des finnischen Reeders. Zwischen 10 Uhr und 11 Uhr MEZ hatten mehrere Trackings unabhängig voneinander die Peilung der Arctic Sea empfangen. Trotzdem dementiert der finnische Reeder Berichte, wonach das Schiff ein kurzes Positionssignal gesendet haben soll.

Bereits vor Tagen hatte ein Sprecher der Reederei die Medien gebeten keine Spekulationen über den Verbleib der Arctic Sea anzustellen, weil dadurch die Suche angeblich erschwert werden würde.  Ebenso sind sämtliche Informationen über den angeblichen ersten Piratenüberfall in der Ostsee nur durch die Reederei bestätigt worden, die erst Tage später die Behörden von dem „Überfall“ informierte.

Auch russische Behörden mauern

Die Situation des Schiffes sei „dramatisch“, sagte der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin im russischen Rundfunk. „Das Schiff ist nicht gesunken. Seine Position ist bekannt, wird aber aus taktischen Gründen nicht bekanntgegeben.“ Mehr könne er aber im Moment nicht zu dem Thema sagen.

Russland und die NATO stehen wegen des seit Tagen gesuchten Schiffes „Arctic Sea“ in ständigem Kontakt. Das teilten eine NATO-Sprecherin in Brüssel und Rogosin am Freitag übereinstimmend mit.

Hintergrund:

AIS: Automatic Identification System
Knoten: 1 Knoten = 1 Seemeile/h
Seemeile: 1 Seemeile = 1,852 km

Bild: Montage – GoogleMaps/ Wikimedia Commons

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Russland sucht „Arctic Sea“ – Versicherungsbetrug, Kidnapping oder Unglück?

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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