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Galerie Borey: „100 Jahre Russische Avantgarde – eine betrunkene Ausstellung“

Von   /  20. März 2014  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- In der Galerie „Borey“ zeigt die berühmt-berüchtigte Künstlervereinigung „Parasiten“ eine Sonderausstellung zur Gründung der russischen Avantgarde vor 100 Jahren (siehe Fotogalerie). Mit Tiefsinn, Humor und Klamauk versuchen sie, an ihre künstlerischen Vorfahren zu erinnern und sich gleichzeitig ihrem jahrhundertelangen Schatten zu entziehen.

Am 19. Februar 1914 erklärte Kasimir Malewitsch öffentlich das „Ende der Vernunft und führte zusammen mit Alexei Morgunow das erste Happening der Kunstgeschichte auf, was bis heute als Beginn der neuen Kunstrichtung betrachtet wird. Mit dieser Aktion versuchten die Künstler mit Hilfe von Humor, Zynismus und Absurdität die Gegenwart von der „Last“ der Vergangenheit und der Tradition zu befreien.

Die „betrunkene“ Ausstellungen, an der sich über zwanzig „ParasitInnen“ beteiligen ist zuerst sicher einmal als „Toast“, bzw. ein Besäufnis auf diesen grandiosen Geburtstag zu sehen. Das heisst, man erinnert sich an die Vorväter und ihren Mut, mit der Vergangenheit abzurechnen. Gleichzeitig bietet der Alkohol die Möglichkeit alles zu vergessen, was einen Belastet, auch die Vergangenheit. So wie sich Malewitsch damals von der Dominanz der akademischen Kunst lossagte, kann und muss es die junge Kunst von heute tun. Die wichtigste Unabhängigkeitserklärung haben die Künstler bereits durch ihren Namen abgelegt. Sie sind eben „Parasiten“, Geschöpfe, die sich von den Brosamen des gesellschaftlichen Erfolgs ernähren, gleichzeitig bleiben sie dadurch frei von allen Ansprüchen, welche Gesellschaft oder Sponsoren bisweilen an KünstlerInnen stellt, wenn sie nach Sinn, Nutzen oder Rendite fragen.

Die Ausstellung umfasst Malerei, Grafik, Objektkunst, Installationen, Performance und Videokunst von Wladimir Kosin, Jurij Nikiforow, Igor Panin, Alexander Schischkin-Chokusai, Semion Motoljanez, Andrei Kabo, Wladimir Lilo, Iwan Tschemakin, Vera Swetlowa, Ewgenia Konowalowa, Kerim Ragimow, Ira Fjodorowa, Alena Tereschko, Maxim Stepanow, Lisa Liner (Dandy) Olga Wladimirowna, Sofia Kochanskaja, Ewgenia Laptewa, Stas Bags, Michail Malo, Gruppa „REPA“ und andere. (eva)

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Bis am 29. März.

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Galerie Borey, Liteiny Prospekt 58, Tel. 275-38-37, Dienstag bis Samstag von 12.00 bis 20.00 geöffnet, Eintritt frei. www.borey.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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