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Für Gott, Zar und Vaterland – umstrittene Prozession auf dem Newski Prospekt

Von   /  12. September 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Zum fünften Mal fand auf dem Newski Prospekt eine Prozession zu Ehren von Alexander Newski statt. Am Aufmarsch nahmen neben russisch-orthodoxen Gläubigen diverse nationalistische Organisationen teil, die mit Transparenten gegen den Film „Mathilda“ über Zar Nikolaus II demonstrierten.

Für die Prozession von der Kasaner Kathedrale zum Alexander-Newski-Kloster wurde der Newski Prospekt am Morgen des 12. Septembers weiträumig abgesperrt. An der Spitze marschierten der Mitropolit Warsonofi, der Duma-Abgeordnete Vitali Milonow, der Sprecher des Stadtparlaments Wjatscheslaw Makarow sowie andere bekennende Kirchenanhänger aus Politik und Kultur mit.

Die offizielle Teilnehmerzahl wurde von der Polizei mit 100.000 Personen angegeben, doch war diese Ziffer nach Angaben von Journalisten überhöht, die die Menge auf rund 20.000 Personen schätzten. Neben den zahlreichen russisch-orthodoxen Gläubigen aus verschiedenen Stadtbezirken und Gemeinden trat auch eine Reihe von nationalistischen und monarchistischen Organisationen auf. Darunter waren diverse Kosaken-Verbände, sowie Vertreter der „Imperialistischen Legion“ und der „Newski-Front“.

Prosteste gegen Film über Nikolaus II.

Einige von ihnen protestierten mit Transparenten gegen den Film „Mathilda“ des Petersburger Regisseurs Alexei Utschitel, der in diesen Tagen in die russischen Kinos kommt. Der Film über die Liebesgeschichte des letzten Zaren Nikolaus II mit der Ballerina Matilda Xeschinska hatte schon vor seiner Veröffentlichung für Polemik aus kirchlich-nationalistischen Kreisen und mehrer Anschläge gesorgt. Unter anderem hatten im August Unbekannte das Studio von Alexei Utschitel mit Brandflaschen beworfen.

Die Prozession erinnert an die Überbringung der Reliquien des heiliggesprochenen Fürsten Alexander Newskis von der Stadt Wladimir nach St. Petersburg im Jahr 1721. Sie wurde während der Sowjetzeit abgeschafft und 2012 wieder eingeführt, ist jedoch in der Bevölkerung umstritten.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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