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Frankophonie-Tage: Ausstellung über russischen Afrikanisten Wladimir Arsjenew

Von   /  22. März 2011  /  1 Kommentar

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eva.- Das Skulpturenmuseum zeigt gemeinsam mit dem Französischen Institut die Ausstellung “l’Homme des Trois Mondes” („Mensch dreier Welten“) über den Petersburger Afrikanisten und Ethnographen Wladimir Arsjenew, der im vergangenen Jahr unerwartet gestorben ist.

Arsjenew, dessen Sammlung Malinesischer Kunst unter anderem an der Ausstellung präsentiert wird, lebte lange Zeit in Afrika und galt als einzigartiger Kenner des Schwarzen Kontinents. Er war Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften der Überseegebiete (l’Academie des Sciences d’Outre-Mer) und hochgeschätzter Mitarbeiter des Museums für Anthropologie und Ethnologie (Kunstkamera) in Petersburg. Auch in Mali stand er in hohem Ansehen, so wurde er sogar unter dem Namen Nga Kulibali in einen geheimen Jägerzirkel aufgenommen.

Kenner und Kritiker

Kurz vor seinem Tod nahm er an zwei Veranstaltungen im Skulpturenmuseum teil, die im Rahmen der Ausstellung “Habari Afrika” mit der Sammlung Klimt durchgeführt wurden. In den beiden Diskussionsrunden zeigte er sich als sehr eigenwilliger Denker. So stellte er beispielsweise die Klassifizierung afrikanischer Volkskunst als Kunst im europäischen Sinn in Frage.

Sehr kritisch zeigte er sich auch gegenüber der sowjetischen “Völkerfreundschaft” mit afrikanischen Staaten. Seiner Meinung nach war die Unterstützung afrikanischer Staaten  durch Russland während des kalten Kriegs nicht viel weniger eigennützig als die Ausbeutung durch die Kolonialstaaten. Als Teilnehmer bei zahlreichen internationalen Projekten wehrte sich Arsenew dagegen, Afrika als “Entwicklungsland” und als Opfer wahrzunehmen.

Bild: PD

25. März bis 9. April. Ausstellungssaal des städtischen Skulpturenmuseums, Newski Prospekt 179/2. Eintritt 50-100 Rubel. Тel. 314-12-14. www.gmgs.ru

25. März 17.00 Uhr – Eröffnung

28. März, 16.30 Uhr – Runder Tisch zum Thema „Mensch dreier Welten“.

Weitere Artikel zu diesem Thema:

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

1 Kommentar

  1. mm sagt:

    Wo der Fluss zur Brücke kommt (SWF 1990)
    20 jahre alter SWF Fersehdokumentarfilm, welche ein Schulfreund von unserem Sankt-Petersburger Pater Richard Stark SVD gemacht hat, als dieser noch als Brueckenbauer und Missionar im Kongo taetig war.
    Der Gegensatz zwischen der europaeische Sichtweise und der afrikanischen werden hier schoen aufgezeigt. Wobei ich Heute nicht sagen kann und will, ob unsere europaeische immer die bessere ist. Ein spannendes Zeitdokument, das Wladimir Arsjenew sicher auch gefallen haette.

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