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Fjodor Bondartschuk wird Verwaltungsratspräsident von Lenfilm

Von   /  15. Oktober 2012  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der bekannte russische Schauspieler, Regisseur und Produzent Fjodor Bondartschuk wurde zum Verwaltungsratspräsident von Lenfilm bestimmt, wie die Agentur für die Verwaltung von Staatseigentum „Rosimushestvo“ bekannt gegeben hat.

Der Moskauer Kinostar stammt aus einer sowjetischen Schauspielerdynastie und wurde bekannt als „Kämpfer“ in Filmen wie „Stalingrad“ (1990) und „Die 9. Kompanie“ (2005). Er wurde in Russland bereits mehrfach hoch ausgezeichnet, besitzt seine eigene Produktionsfirma und gilt als Macher.

Gründer von „Kronwerk Cinema“ und „Kino City“ wird Generaldirektor

Als Generaldirektor der „OAO Kinostudio Lenfilm“ wurde Eduard Pitschugin gewählt. Er ist Gründer der landesweiten Kinoketten „Kronwerk Cinema“ und „Kino City“ und leitet das föderale Filmprojekt „Kinoklub“ der Regierungspartei „Einiges Russland“.

Des weiteren gehören dem Verwaltungsrat der stellvertretende Leiter von „Rosimushestvo“ Dmitri Pristanskow, der Stellvertreter des Kulturministers Iwan Demidow, der Berater des Kulturministers Andrei Aristarchow sowie die Regisseure Alexander Sokurow und Alexei German (Sohn) und der Filmproduzent Sergei Seljanow an.

Schon seit Monaten Führungskämpfe im Gang

Damit wurde ein langerwartetes Zeichen aus der Moskauer Machtzentrale gegeben. Im finanziell maroden Unternehmen „Lenfilm“, dem ursprünglich ersten Kinostudio Russlands, sind schon seit Monaten Führungskämpfe im Gang.

Dabei wehrte sich der Regisseur Alexei German (Vater) gegen die Übernahmeversuche durch die kommerziell orientierte Filmgesellschaft des „Systema“-Konzerns von Wladimir Ewtuschenkow. German wiederum wurde von jüngeren Filmschaffenden vorgeworfen, er verteidige damit lediglich seine Machtintressen und verhindere die finanzielle Sanierung von „Lenfilm“.

In die Nähe von Kreml und Kommerz gerückt

Alexander Sokurow, Regisseur der Faust-Verfilmung und Putin-Freund bat den Präsidenten, den Streit zu schlichten. Nun ist offenbar das erste Machtwort gesprochen. „Lenfilm“ gerät damit eindeutig in die Nähe von Kommerz und Kreml.

Obschon auch Petersburger Filmschaffende vertreten sind, werden Führungspersonen wie Bondartschuk und Pitschugin in Zukunft für die Einhaltung der Direktiven aus Moskau sorgen – woher vermutlich auch das Geld zur Rettung des verschuldeten Studios kommen wird.

Bild: Wikimedia Commons

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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