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Finnisch-russischer Handel 2017 erstmals im leichten Aufschwung

Von   /  20. Oktober 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Nach mehreren Jahren Sinkflug hat sich der Warenumsatz zwischen Russland und Finnland im ersten Halbjahr 2017 wieder erholt und ist leicht am steigen. Während Russland traditionsgemäss Rohstoffe exportierte, verkaufte Finnland Maschinen, Ausrüstung und sogar Lebensmittel nach Russland.

Wie Fontanka.fi schreibt, wurde für das erste Halbjahr 2017 ein Warenumsatz von total sechs Milliarden Euro zwischen den beiden Ländern ausgewiesen – das ist etwa anderthalb Mal soviel wie im Vorjahr. Die wichtigsten „Motoren“ für ein Wachstum von 60 Prozent von russischer Seite waren der gestiegene Erdölpreis sowie die Ausrüstung für die Gas-Pipeline „Nordstream-2“.

Erdöl wurde für 2,6 Milliarden Euro und Industriewaren für 863 Millionen Euro exportiert. Letzterer Posten erhöhte sich fast um das Vierfache, rund die Hälfte des Betrags wurde dank der Lieferung von Rohren für die Gaspipeline „Nordstream-2“ erreicht.

Russland nicht mehr wichtigster finnischer Handelspartner

Neben dem Erdöl und Gas sind andere Rohstoffe wie Holz, Alteisen und Buntmetalle wichtige russische Exportwaren. Um 40 Prozent nahm der Export chemischer Erzeugnisse, darunter Kunstdünger nach Finnland zu. Insgesamt exportierte Russland Waren für 4,4 Milliarden Euro, was zwar 60 Prozent mehr sind als im Vorjahr, aber noch nicht ausreicht, um den Status als Finnlands wichtigster Handelspartner zurückzugewinnen.

Von finnischer Seite wurde der Export ohne Unterstützung des Ölpreises um lediglich 19 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro gesteigert. Der wichtigste Posten sind Maschinen und Ausrüstung im Wert von knapp 665 Millionen Euro – 43 Prozent mehr als im ersten Semester 2016. Ein wichtiger Bestandteil davon sind Geräte für die Forstwirtschaft. Auch die Einfuhr von finnischem Papier erhöhte sich um 19 Prozent auf rund 347 Millionen Euro.

Zunehmende finnische Lebensmittelexporte trotz Embargo

Bemerkenswert ist das Wachstum von 10 Prozent bei den Lebensmitteln trotz des Embargos von russischer Seite auf fast 54 Millionen Euro. Die finnischen Milchproduzenten versuchen auf den russischen Markt zurückzufinden. Das geschieht einerseits durch Nischenprodukte wie zum Beispiel laktosefreie Milch oder Trockenmilch, andererseits haben finnische Firmen wie Valio in den letzten Jahren ihre Produktion in Russland lokalisiert.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.fontanka.fi

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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