Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

«FILMFORUM Тour» DEFA-Studio – das Kino des anderen Deutschland: Anfang und Ende

Von   /  28. März 2012  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

pd.- Die neue Filmreihe von “FILMFORUM TOUR“  widmet sich den besten Filmen des DDR Filmstudios  DEFA aus den Jahren 1946 bis 1991.  Die Filmreihe “Anfang und Ende”   zeigt die ersten und letzten Filme der  DEFA, eines der produktivsten  Filmstudios des ehemaligen sozialistischen  Lagers. Vor den Spielfilmen wird jeweils eine Kurzdokumentation der  DEFA gezeigt.

Die Aktiengesellschaft für Filmfabrikation, die spätere DEFA, wurde 1946  gegründet. Im gleichen Jahr fand  bereits die Premiere des ersten deut-  schen Spielfilms der Nachkriegszeit  “Die Mörder sind unter uns“ statt. Der  Regisseur Wolfgang Staudte nutzte die  historischen Umstände – Berlin und  sein Umland in Trümmern liegend –  und bediente sich der Kriegsruinen  als identische Kulisse für seinen Film.

Aber auch die Seelen der Protagonisten liegen in Trümmern. Ein ehemaliger Soldat der Wehrmacht trifft auf  eine befreite Insassin der Todeslager.  Er ertränkt seine Erinnerungen an  den Krieg im Alkohol. Sie hofft still  auf ein neues Leben.  Die weibliche Hauptrolle im Film  übernahm die weltbekannte deutsche  Schauspielerin Hildegard Knef. Unter  Cineasten zählt der Film „Die Mörder sind unter uns“ zu den 100 besten  deutschen Spielfilmen.

Einer der letzten DEFA-Filme: „Die Architekten“

„Die Architekten“ von 1990 ist einer  der letzten Filme, der in den Studios  der DEFA gedreht wurde. Der Regisseur Peter Kahane beschreibt die Stag-  nation des sozialistischen Systems am  Beispiel einer Familie in der DDR.  Der 38-jährige Architekt Daniel Brenner entwirft Pläne für Bushaltestellen, was man nicht als große Karriere  bezeichnen kann.

Bis sein ehemaliger  Professor ihn als Architekt eines Kulturzentrums für einen neuen Berliner  Bezirk vorschlägt. Ambitioniert stürzt  er sich in die Arbeit für das Projekt  und blüht auf in seinen Ideen. Seine  Frau Wanda jedoch ist das monotone  Leben in der DDR endgültig leid. Sie  sieht für sich keinerlei Perspektiven  mehr. Mit der gemeinsamen Tochter  verlässt sie das Land. Im Jahr 1990 wurde „Die Architekten“  auf dem Spielfilmfestival der DDR  mit dem Spezialpreis der katholischen  Kirche ausgezeichnet. 1991 wurde der  Film auf der Berlinale als Beitrag in  der Kategorie „Neues deutsches Kino“  gezeigt.

Filmprogramm:

30. März 19.30
Berlin im Aufbau (DDR, 1946,  Dokumentarfilm, Regie Kurt  Maetzig). Berlin ist zerstört  und aufgeteilt unter den vier  Siegermächten. Der Regisseur stellt  sich der provozierenden Frage:  «Hat es überhaupt Sinn, diese Stadt  wieder aufzubauen?»  Die Mörder sind unter uns (DDR,  1946, Spielfilm, Regie Wolfgang  Staudte). Der Krieg ist vorbei, doch  die Seelen der Menschen leiden  noch unter seinen Schrecken. Einige  kehren von der Front, andere aus den  Todeslagern zurück ins Leben. In  der Nachkriegszeit kreuzen sich die  Schicksale dieser Menschen. Doch  woher soll man die Kraft nehmen, weiterzuleben?

31. März 19.30
Tuba Wa Duo (DDR, 1989,  Dokumentarfilm, Regie Jörg  Foth). Zwei Musiker treffen sich auf  dem Dach, um zu musizieren. Sie  verkünden absurde Nachrichten und  verlachen die offiziellen Losungen, die  sich schon lange überholt haben. Aber  die spießigen Nachbarn fühlen sich  vom Klang der Trompeten gestört.  Die Architekten (DDR, 1990,  Spielfilm, Regie Peter Kahane). Die  DDR am Ende der 1980er Jahre. Ein  junger Architekt bekommt den Auftrag,  ein neues Kulturzentrum zu entwerfen.  Aber seine progressiven Ideen lassen  sich wegen der bürokratischen  Hürden nicht realisieren. Seine Familie  verlässt das Land. Die romantische  Hoffnung von einer besseren Zukunft  hat sich aufgrund der Stagnation des  sozialistischen Systems nicht erfüllt.

30. – 31. März  Universität für Kino und Fernsehen,  Ul Pravdy 13, 3. Etage, Institut für  digitales Kino. Kurator: Alexander  Markov. www.gukit.ru  Kontakt:  Goethe-Institut St. Petersburg,  Tel. 363-11-25.  www.goethe.de/stpetersburg

Diese Information stammt aus dem Kulturkalender “Nemezkaja Afischa”, der vom Deutschen Generalkonsulat in St. Petersburg herausgegeben wird und den Sie hier beziehen können. >>>

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

17 Personen bei Demo gegen Erhöhung des Rentenalters in Petersburg festgenommen

mehr…