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Film: „Von Caligari zu Hitler: Das deutsche Kino im Zeitalter der Massen“

Von   /  23. September 2015  /  Keine Kommentare

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pd.- Die Weimarer Republik zwischen 1918 und 1933 war der freiheitlichste Staat auf deutschem Boden; eine wilde Epoche, geprägt von politischen Verwerfungen, wirtschaftlicher Krise und kulturellem Glanz. In seinem Dokumentarfilm „Von Caligari zu Hitler: Das deutsche Kino im Zeitalter der Massen“ beschreibt der deutsche Regisseur Rüdiger Suchsland diese Epoche.

Es war auch die bis heute wichtigste Zeit des deutschen Kinos, eine der größten und wunderbarsten Epochen des Kinos überhaupt, eine Zeit voller Wunder und wunderbarer Einfälle. Hier wurden die ästhetischen Grundlagen der “siebten Kunst” erfunden, Leitmotive, Archetypen und Genres etabliert, die das Kino der Welt bis heute wesentlich prägen.

Weimars Regisseure wie Murnau, Lang, Lubitsch, Pabst, Sternberg, Wilder und Ruttmann sind bis heute legendär; seine Schauspielstars wie Marlene Dietrich, Louise Brooks, Emil Jannings und Conrad Veidt unvergessen, Szenen aus Filmen wie “Nosferatu”, “Das Cabinet des Doktor Caligari”, “Metropolis”, “M”, “Menschen am Sonntag”, “Berlin. Die Symphonie der Großstadt” und “Der Blaue Engel” entfalten bis heute ihre unvergleichliche Aura.

Tanz auf dem Vulkan

Im Kino bündelten sich auch wenn nicht alle, so doch sehr viele Tendenzen des Zeitalters und der Erschütterung des gesellschaftlichen Lebens im Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg: Die latente Untergangsangst der deutschen Gesellschaft in ihrem Tanz’ auf dem Vulkan, zwischen hedonistischer Lust und Krise ohne Alternative – dieses explosive Gemisch speiste nach 1918 die neue Kunst des Kinos.

Der Film erzählt diese Epoche des Kinos zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit und ergänzt dies mit Ausblicken auf das politische und gesellschaftliche Geschehen bis zu Hitlers Machtergreifung 1933. Im Zentrum stehen das Werk von Fritz Lang, dem wichtigsten und vielseitigsten deutschen Filmemacher dieser Epoche, und von Siegfried Kracauer (1889-1966), bis 1933 einer der wichtigsten deutschen Kulturjournalisten.

Weltkriegstrauma, Krisenangst und Führersehnsucht

Kracauer beschrieb diese Epoche in seiner “psychologischen Geschichte des deutschen Films” “Von Caligari zu Hitler” – dem bis heute bekanntesten deutsche Filmbuch. Kracauer erzählt darin von Weltkriegstrauma, Krisenangst und Führersehnsucht im deutschen Film – kurz: Davon, wie das Kino den Zusammenbruch der liberalen Gesellschaft und die Ära des Totalitarismus ahnt und in seinen Geschichten vorwegnimmt.

Rüdiger Suchsland lebt in Berlin. Er studierte Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft, und ist heute als Journalist, Kritiker und cultural activist tätig. Er arbeitet für Printmedien, Radio und Internet, kuratiert und lehrt. Seine Themenschwerpunkte sind Film, Geschichte, Theorie, Ostasien, Zeitgeist und Popkultur. Gemeinsam mit Josef Schnelle schrieb er das Buch “Zeichen und Wunder: Das Kino von Zhang Yimou und Wong Kar-Wai.” (2008). Nun hat er für sein Filmdebüt die Seiten gewechselt.

Bild: „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (Regie: Robert Wiene, Deutschland, 1920), © Murnau-Stiftung

Mittwoch, 30.09. 2015, Beginn 17.30, Kino „Velikan“, Alexandrowski Park 4 (Metrostation „Gorkowskaja“). www.caligarihitler.net

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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