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Feuer im Dach – millionenschwere Unterschlagungen bei Dachreparaturen

Von   /  9. Oktober 2012  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Nach den Katastrophenwintern 2009/10 und 2010/11, in denen zahlreiche Dächer durch Schnee und Eis eingedrückt und Wohnungen durch Wassereinbrüche beschädigt worden waren, wurde ein Renovationsprogramm gestartet. In der ganzen Stadt sollten für 1,2 Milliarden Rubel rund 560 Dächer erneuert werden. Überprüfungen der Behörden haben nun ergeben, dass rund ein Drittel der Arbeit mangelhaft, bzw. zu überhöhten Preisen ausgeführt wurden.

Bisher haben Spezialisten festgestellt, dass bei 11 von 30 inspizierten Dächern gepfuscht wurde, schreibt Fontanka.ru. Die überprüften Häuser wurden nicht zufällig ausgewählt. Im Rahmen der Aktion der Antikorruptionsbehörde durchsuchten Polizeibeamten das Forum „Zalivaet.ru“ (Salivaet heisst soviel wie “ es regnet rein“). Aufgrund der Schadensmeldungen und Klagen von Bewohnern wurden die Objekte für die Stichproben ausgesucht.

Mängel innert Minuten erkennbar

Ausgestattet mit sämtlichen Unterlagen, darunter die Schadensbeurteilungen und Rechnungen für die ausgeführten Arbeiten stiegen Spezialisten der Petersburger Bau- und Architektur-Universität und der Dachdecker-Gewerkschaft in die Dächer. Die Fachleute erkennen innert weniger Minuten mögliche Fehler und Materialeinsparungen, von denen es dutzende von Varianten gibt.

Zum Beispiel kann die Dicke der verlegten Eisenplatten dünner als vorgeschrieben sein oder die Dichtungsmasse zwischen den Elementen fehlt. Die Resultate werden fotografiert und die Rapporte direkt an die föderale Ermittlungsbehörde weitergereicht.

„Geisterfirmen“ auf der Spur

Bisher wurden vor allem die Arbeiten der Firmen „Severni Fasad“ und „RosGru“ beanstandet. Letztere erhielt Aufträge zur Generalüberholung von 21 Dächern für 23 Millionen Rubel, sowie für Reparaturen in der Höhe von weiteren 13,2 Millionen Rubel. Auf der Suche nach Firmenvertretern stellte die Polizei fest, dass „RosGru“ weder einen realen Firmensitz noch Mitarbeiter besitzt.

Sollten sich die Dach-Prüfungen in derselben Weise weiterentwickeln, so erwartet die Justiz bald einen Regen von hunderten Strafverfahren. Die Suche nach den Verantwortlichen stellt sich als schwierig heraus, denn die Verantwortung zwischen den Verwaltungsbehörden in den Bezirken und den privaten Hausverwaltungsfirmen ist nicht klar geregelt. (eva)

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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