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(Fast) alles wie gehabt am Petersburger Wirtschaftsforum 2013

Von   /  18. Juni 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Sowohl personell wie auch thematisch bietet das diesjährige Petersburger Wirtschaftsforum (PMEF) keine Überraschungen. Das Motto „Lösungen zum Aufbau der neuen Weltwirtschaft“ ist der schwierigen globalen Wirtschaftslage zurückhaltend formuliert.


Das Petersburger Wirtschaftsforum ist während der Jahre nach der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 etwas in den Hintergrund gerückt. Der versprochene Umzug in ein eigenes Gebäude, der transporttechnisch günstiger gelegen wäre, fand nicht statt. Alles bleibt beim Alten: Das Forum wird auf dem Lenexpo-Gelände auf der Wassilli-Insel über die Bühne gehen. Die Stadt wird wiederum wenig davon wahrnehmen, ausser den Abschrankungen, Staus und der zeitweisen Sperrung des Luftraums und des Flughafens.

Das Petersburger Wirtschaftsforum ist während der Jahre nach der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 wieder etwas in den Hintergrund gerückt. Der versprochene Umzug in ein eigenes Gebäude, das transporttechnisch günstiger gelegen wäre, fand nicht statt. Das meiste bleibt beim Alten: Das Forum wird auf dem Lenexpo-Gelände auf der Wassilli-Insel über die Bühne gehen. Die Stadt wird wiederum wenig davon wahrnehmen, ausser den Abschrankungen, Staus und der zeitweisen Sperrung des Luftraums und des Flughafens.

Putin, Miller, Gref, Tschubais…

Am Programm der 17. Ausgabe des Forums werden mehr als 3700 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Behörden und den Medien teilnehmen. Von russischer Seite her ist das Treffen hochrangig besetzt: Neben dem Präsidenten, der dem Wirtschaftsgipfel in seiner Heimatstadt noch nie ferngeblieben ist, werden Gazprom-Chef Alexei Miller, Sberbank-Oberhaupt German Gref, der Lukoil-Boss Vagit Alekperov, WTB-Bankleiter Andrei Kostin, Rosneft-Chef Igor Setschin und der Vorsitzende des Nanotechnologie-Behörde Rosnano Anatoli Tschaubais erwartet.

Wie Fontanka.ru weiter verrät, stehen von den russischen Reichen und Superreichen der Besitzer von „Basovoi Zement“ Oleg Deripaska sowie der Mitbegründer des Sozialnetzwerks Vkontakte Pawel Durow auf der Gästeliste. Dieser war kürzlich in einen mysteriösen Zwischenfall mit der Polizei verwickelt, als er sich im Stadtzentrum einer Verkehrskontrolle durch Flucht zu Fuss entzog. Obwohl er von einem Polizisten beschuldigt wurde, gewalttätig geworden zu sein, verurteilt man ihn lediglich zu einer symbolischen Busse von 1000 Rubel.

Prochorow – früher Wirtschaftskapitän, heute Politiker

Aus der russischen Politik ist der Ex-Duma Wladimir Pechtin zu Gast. Offiziell wird er als Vertreter der Firma „RosGidro“ aufgeführt, bekannt wurde er jedoch als Leiter der „Ethik-Kommission“ in der Staatsduma, der zurücktreten musste als bekannt wurde, dass er eine Wohnung in Miami, besitzt, was für Parlamentsangehörige unzulässig ist. Auch der Gouverneur des Kirower Gebiets Nikita Belich kommt ans PMEF – er wurde durch den skandalösen Prozess um den Blogger und Oppositionellen Alexei Nawalny bekannt, der beschuldigt wird, als Regierungsberater den Staat durch zu billige Holzverkäufe geschädigt zu haben.

Die politische Opposition wird lediglich durch den Leiter der „Bürgerplattform“ Michail Prochorow und seine Schwester Irina vertreten. Doch wie der grösste Teil der prominenten Teilnehmer ist auch Prochorow kein Neuling auf dem Forum – kam er früher als Wirtschaftsvertreter nach Petersburg, so kommt er heute als Politiker. Von russischer Seite nicht viel Neues also.

Vorsicht ist in der Wirtschaft angesagt – in West und Ost

Als Gäste aus dem Ausland sind deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der holländische Premierminister Mark Rutte angemeldet. Die beiden Ehrengäste werden sich am Rande des Wirtschaftstreffens mit Präsident Putin treffen. Ursprünglich war die Teilnahme des britischen Premierministers David Cameron vorgesehen, doch sagte dieser wieder ab.

Die Themenagenda ist krisengeprägt – stabiles Wachstum, Schuldenmanagement und Nachhaltigkeit sind wichtige Stichworte. So wenig spannend sie klingen, so aktuell sind sie doch für sämtliche Teilnehmer – aus Ost und West. Womöglich wird noch die eine oder andere Absichtserklärung oder Vertragsunterzeichnung im Zuge der Verhandlungen und Gespräche am Rande des Forums zustande kommen – doch diese sind wie üblich in keinem offiziellen Terminkalender verzeichnet.

Bild: Ria-Novosti

www.fontanka.ru

www.rian.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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