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Fantasy-Autor Strugatzki: Kassenschlager „Avatar“ ist ein Plagiat

Von   /  4. Januar 2010  /  6 Kommentare

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TOPTICKER.- James Camerons Fantasy-Streifen „Avatar“ hat während der ersten Vorführungstage auch in Russlands Kinos alle bisherigen Besucherrekorde gebrochen. Laut „Newsru.com“ wurden am ersten Wochenende rund 21 Millionen Dollar eingenommen. Das ist mehr als bei der Premiere der dritten Folge von „Ice Age“ umgesetzt wurde.

Kurz nach dem erfolgreichen Kinostart äusserte sich der bei Petersburg lebende Fantasy-Autor Boris Strugatzki kritisch zu Camerons Werk – dieser habe seine Idee gestohlen. Der 76-jährige Kultautor behauptet, der Planet Pandora, auf dem die Handlung des Blockbusters spielt, sei dem 1960 erschienenen Roman „Die Unruhe“ entnommen.

Cameron: beeinflusst von Fantasy-Romanen aus der Kindheit

Darin gerät der Biologe Michail Sudorow auf den Planeten Pandora und lebt mit den Eingeborenen – im „Avatar“ ist es der Ex-Soldat Jake Sally. Ausserdem sehen die Ureinwohner in Strugatzkis Buch Hunden ähnlich – im „Avatar“ Katzen. Zwar entstand das Drehbuch zu „Avatar“ erst 1995, doch gestand Cameron ein, er sei dabei von Fantasy-Romanen beeinflusst worden, die er in seiner Kindheit gelesen habe. Ob zu seiner Lektüre Strugatzkis Bücher gehört haben, ist unbekannt.

Strugatzki gab sich verärgert, zeigte aber keine Absicht gegen die „Avatar“ Autoren zu prozessieren. Er habe nicht vor, sich den Film anzuschauen, sagte er – obschon es ihn interessieren würde, was die Amerikaner mit seiner Idee gemacht hätten.

www.newsru.com

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

6 Kommentare

  1. Gunnar sagt:

    Die Nähe zu Strugazkis Geschichte ist eine Sache. Doch ist die Nähe zu der schon mehrfach verfilmten Geschichte der „Pocahontas“, einer Legende um die Entdeckerzeit des nordamerikanischen Kontinents, in der englische Siedler auf (umgangssprachlich)“Indianer“ treffen, schier unverkennbar.
    Einer der Kundschafter der Neuen Welt, John Smith, gerät in Gefangenschaft der Ureinwohner des neuen Kontinents und verliebt sich natürlich in eine Stammesschönheit – eben jene Pocahontas – und realisiert dabei, wie fehl eigentlich seine eigene, von Gier und Zerstörung geprägte Kultur in der Neuen Welt ist. AVATAR ist so gesehen einfach nur Pocahontas im Weltraum.

  2. Leute!

    Vergesst doch mal das Reizwort „Plagiat“. Es gibt nicht, was nicht irgendwann und irgendwo schon mal gedacht und/oder aufgeschrieben wurde. Wir alle leben doch nur vom INPUT, den wir selbst mal gelesen oder gehört haben. Als deutscher SF-Autor, er ebenfalls bereits ein 70er-Grufty ist, schätze ich natürlich die ehrenwerten Kollegen Strugatzki, aber ich erlaubte mir folgende Anmerkung für Boris:

    Kennen Sie vielleicht den deutschen Fantasy-SF-Roman AUF UNBEKANNTEM STERN von Anton M. Kolnberger mit Szenen und farbigen Aquarellen, die jederzeit in ATAVAR und dem Strugatzki-Pandora eingefügt werden könnten?

    Erschienen ist dieses zauberhafte Buch, das nicht nur fliegende Dschungelmenschen, sondern auch die Metamorphose der Hauptperson beschreibt, bereits 1948 im Egge-Verlag. „Nu kak?“

    Ansonsten freue ich mich, aus diesem Anlass auf eine interessante Homepage gestoßen zu sein, da mein Russisch-Übersetzer (zum Beispiel für meinen SF-Klassiker DAS SAKRIVERSUM, der zusammen mit den Strugatzi-Werken gerade in einem deutschen Spezialverlag neu aufgelegt wird) ebenfalls in „Pieter“ wohnt.

  3. mm sagt:

    Als SF Fan arbeite ich mich gerade durch Tonnen von alten Büchern aus den 60er und 70er und 80er … Bestimmte Typen von Universien kommen je nach „Zeit-Aera“ bei allen Autoren vor, unterliegen Moden und die kehren auch nach Jahren immer wieder.

    So z.B: die Ringwelt (eine künstliches Band das auf einem erdähnlichen Radius eine ganze Sonne umläuft und so „viel“ Platz für die Bewohner bietet) mutiert später bei anderen Authoren zur „Sphäre“ oder Sonnen umfassenden „Schale“.

    In den Oldschool SFs der 60er ist Überbevölkerung der Anlass für Sternenreisen etc.

    Die genialen Authoren zu denen ich die Brüder Strugatzki unbedingt auch zähle, erfanden aber unabhängige Sujets für Ihre Bücher die sich nicht auf die gerade moderne SF Weltsicht abstützen.

    Daher finde ich schon, das die Idee fürs Sujet egal ob als Startpunkt oder komplett abgekupfert der wichtigste „intelektuelle Beitrag“ auch eines Drehbuchs ist, der rest ist Handwerk.

    Ich schätze Boris Natanowitsch jedoch duldsam ein – und mit Hollywood darüber zu Streiten ist verlorene Energie – Weise das „BNS“ auf einen Streit verzichtet…

  4. eva sagt:

    Ich würde Cameron keineswegs als dumm bezeichnen – es braucht sehr viel Können, Wissen und Geschäftssinn, um eine solche Geschichte als Film umzusetzen – egal, woher sie kommt. Auf diesem Gebiet ist es oft sehr schwierig, ein Plagiat nachzuweisen. Es ist eben kein technisches Patent, dass durch Pläne oder Formeln festgelegt ist, sondern eine Geschichte, bzw. Fantasie.

  5. Josef Fendt sagt:

    So dumm ist Cameron gewiss nicht. Die Story könnte auch von Karl May oder Disney geklaut worden sein. Dass es dann auch Pandora heißt, ist gewiss ein Zufall. Das ist mir auch schon passiert, dass, kurz nach dem Aufschreiben einer Idee, diese irgendwo verwirklicht wurde. Warum auch immer. Ich habe das Buch von Hr. Strugatzki noch nicht gelesen. Auf jeden Fall wird das seine und Camerons Umsätze steigern. Ich gönne es beiden.

  6. mm sagt:

    Wenn jemand anderes als Boris Strugatzki so etwas behauptet hätte ich ihn als jämmerlichen Trittbrettfahrer beim Hype um den Film angesehen.

    So nehme ich die Nachricht als Hinweis die mir noch unbekannte Geschichte der Brüder mal genauer anzusehen.

    P.S. „Die Unruhe“ „беспокойство“, 1965 geschrieben wurde die Geschichte erst nach dem Ende der Sowjetunion 1990 publiziert. Gerade Rechtzeitig damit Herr Cammeron sie noch verwursten konnte :)

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