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Explosion auf Petersburger Zugnetz unterbricht vorübergehend Verkehr

Von   /  2. Februar 2010  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER>>> AKTUALISIERT.- Eine Explosion an der Bahnstrecke bei der Petersburger Vorortstation „Bronowaja“ legte heute morgen um 4.20 Uhr den Zugverkehr lahm. Zu diesem Zeitpunkt passierte eine Draisine den Abschnitt, und ein Bahnangestellter wurde am Bein verletzt.

Bombe vermutlich auf ersten Pendlerzug angesetzt

Die Explosion, die vermutlich von einem Sprengsatz herrührte, hatte eine Wucht von rund 200-400 Gramm TNT und hinterliess ein Loch von einem Meter Durchmesser im Bahndamm. Einige tausend Pendler auf dem Weg zur Arbeit blockiert. Es wird vermutet, dass der Anschlag nicht der Draisine, sondern dem ersten Vorortszug gegolten hat, wenig später über dieselbe Stelle gerollt wäre. Wie die Russische Staatsbahn meldete, wird die Strecke jede Nacht zur Kontrolle abgefahren, um kleinere Schäden am Geleise oder an der Fahrleitung zu beheben.

Nachdem die Bahnstrecke, die zum Baltischen Bahnhof führt, für einige Stunden gesperrt worden war, fuhr um 9.00 Uhr bereits wieder ein Zug in Richtung Luga ab. An der Stelle der Explosion sind Spezialisten von Polizei und Geheimdienst im Einsatz. Ein Polizeihund soll bereits Spuren eines vermeintlichen Attentäters aufgenommen haben.

Vermutungen über Hintergrund des Anschlags gehen in alle Richtungen

Der Leiter der Untersuchung, Anatoli Kwaschin, erklärte vor der Presse, das die Art und Auführung des Anschlags den Anschlägen auf den Newski-Express gleichen. Die Ermittler gehen daher von einem terroristischen Hintergrund des Anschlags aus.

Gleichzeitig warnen Experten vor einer vorschnellen Beurteilung des Anschlags – erst nach einer sorgfältigen Untersuchung könne der Hintergrund richtig interpretiert werden. Die Meinungen gehen weit auseinander – von einem „Warnschuss“ einer terroristischen Gruppierung bis hin zu einem „Zeichen“ politischer Extremisten.

Opposition befürchtet Vorverurteilung

Die oppositionelle Jabloko-Partei befürchtet, die Explosion könnte von der Regierung als Anlass benutzt werden, um die oppositionelle Bewegung im Land an den Pranger zu stellen.

Der Vorsitzende der Petersburger Jabloko-Sektion Maxim Resnik gab zu bedenken, dass dies bereits bei der Bombenexplosion im Mac Donald’s-Restaurant am Newski Prospekt geschehen sei. Weil am selben Tag eine Demonstration der Opposition stattgefunden habe, seien sie damals sofort als Urheber für den Anschlag verdächtigt worden, obschon sich später herausgestellt hatte, dass ein Rechtsextremer den Sprengsatz gelegt habe.

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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