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Evelyn aus dem schottischen Wunderland

Von   /  27. Juni 2012  /  Keine Kommentare

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Von Anna Smoljarowa

Das XX. Musikfestival „Sterne der Weißen Nächte“ findet in diesem Jahr zusammen mit dem Internationalen Kunstfestival für behinderte Kind „Einander entgegen kommen“ statt. Evelyn Glennie, eine weltweit bekannte Perkussionistin aus Schottland trat auf. Sie selbst hat nur 20% Hörvermögen. „Ich hatte einen wunderbaren Lehrer“, erzählt sie. Dank ihm hat Evelyn früh verstanden, dass Musik viel mi Vibration zu tun hat, und unser ganzer Körper ein großes Ohr ist.


Die grauhaarige Frau, die wie ein Fabelwesen aussieht, ergreift das ganze Publikum des Mariinski Konzertsaales. Unter dem Publikum – 300 Teilnehmer des Kunstfestivales aus verschiedenen Regionen Russlands. Nach dem Konzert begrüßt  der Chefdirigent und Direktor des Mariinski-Theaters Waleri Gergijew den Kinder: „Dieses Treffen ist das erste, bei weitem nicht das letzte – ihr wißt, es gibt viel Musik“. Jung und alt, alle stellen Fragen – vor allem Evelyn. Ob es schwierig war, wann sie begonnen hat, wie lange sie jeden Tag spielt. Sie antwortet ausführlich und erzählt, wie es ihr gelungen ist, bekannt zu werden.

Es gibt nichts, was schwierig ist

„Das Wort „schwierig“ wurde aus meinem Wortschatz ausgelöscht, es wurde mir verboten“, erinnert sie an ihre ersten Schritte. Sie betont, sie sei spät dazu gekommen, eine Profimusikerin zu werden  – erst als sie verstanden habe, dass Musikunterricht ohne hohes Ziel keinen Sinn habe. Dann kommen Fragen, die schon mehr persönlich sind. „Woher kommt die Inspiration“, fragt der blinde oder sehbehinderte Junge aus der ersten Reihe. „Wenn ich nach ihr suche, kommt sie selten“, antwortet Glennie und beginnt zu erörtern, in welchen Situationen sie schafft. „Man braucht zu musizieren nicht nur in den Schulen, sondern auch in Häusern“, sagt sie über Entwicklung der Begabungen.

Blumen von einer kleinen Prinzessin

Natürlich wird Glennie auch gefragt, warum sie Perkussion gewählt hat. „Wir Perkussionisten haben noch keine Stradivari-Instrumenten“, sagt sie.  Es ist schon Mitternacht, aber Glenni und Gergijew sind noch von Kindern umgezingelt. Von den Organisatoren des Kinderkunstfestivals schenkt ihr ein kleines Mädchen im Rosakleid einen Blumenstrauß. Sie sieht aus wie eine Prinzessin, aber nicht wie jene auf der Erbse, sondern eine im Rollstuhl.

Bild: PD

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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