Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Europäische Universität Petersburg lässt eigene Lizenz annullieren

Von   /  3. August 2017  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- Die Europäische Universität (EUSPB) hat ihre Lizenz durch die staatliche Erziehungsbehörde Rosobrnadsor annullieren lassen, um eine neue zu beantragen. Durch diesen Schritt und den Wechsel des Rektors versucht man aus der Konfliktzone herauszukommen.

Am 2. August hat Rosobrnadsor die Lizenz der Uni auf deren Antrag hin für nichtig erklärt, und am selben Tag reichte die Hochschule ihren Antrag für eine neue ein. Wie die Presseabteilung der EUSPB bekannt gab, war dieser Schritt einfacher als die hängigen Gerichtsprozesse um die alte Lizenz fortzuführen. Die Universität will damit Zeit gewinnen und im Herbst pünktlich wieder mit dem Unterricht beginnen.

Die Schwierigkeiten begannen im vergangenen Jahr als die Rosobrnadsor-Inspektoren begannen, die Universität mit Inpektionen zu bombardieren. Wer dahinter steckte, war offensichtlich – der damalige Stadtabgeordnete und Sittenwächter Vitali Milonow (Partei „Einiges Russland“). Milonow, der sich mittlerweile in die Staatsduma wählen liess, behauptete unter anderem, die Universität habe kein Krankenzimmer und die Stipendiaten erhielten ihr Geld in ausländischer Währung und in Kuverts usw.

Milonows Kampf gegen westlich-liberale Werte

Milonow stört ganz offensichtlich der westlich-liberale Kurs der Uni, den er an allen Fronten bekämpft.
So sehr die Hochschule versuchte, die beanstandeten Punkte zu beseitigen, die Inspektoren fanden immer neue Mängel. So wurde der EUSPB schliesslich die Lizenz entzogen, wobei der Unterricht weiterging, da der Entscheid vor Gericht angefochten wurden.

Aber noch im selben Jahr kündigte dann die Stadt St. Petersburg der Uni einseitig den langfristigen Mietvertrag mit der Begründung, es seien ungenehmigte Bauarbeiten an dem ehemaligen Palais der Familie Kuschelew-Besborodok an der Uliza Gagarina vorgenommen worden. Auch dieser Schritt focht die Hochschule vor Gericht an.

Neuanfang mit neuer Lizenz

Mit einer neuen Lizenz versucht die Universität nun einen Neuanfang zu machen. Gleichzeitig trat der langjährige Rektor Oleg Charchordin (seit 2009) trat im Juni vorzeitig zurück und wird seither durch seinen Vorgänger Nikolai Wachtin vertreten. Seit dem 1. August ist die Rektorenstelle offiziell ausgeschrieben, die bis 2019 wieder neu besetzt werden soll.

Ob und wie die EUSPB wieder in den normalen Unterrichtsprozess zurückfindet, ist eine politische Frage. Im Aufsichtsrat sind bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige Finanzminister Alexei Kudrin und Eremitage-Direktor Michail Piotrowski vertreten. Ausserdem gab Präsident Putin im Verlauf des Konflikts Anweisung, die Sache beizulegen.

Die Europäische Uni wurde 1994 auf Initiative des damaligen liberalen Gouverneurs Sobtschak gegründet und gibt Studenten der Anthropologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Politologie, Soziologie und Ökonomie die Aspirantur zu absolvieren.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

www.vedomosti.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Europäische Universität in Petersburg verliert staatliche Akkreditierung

Stadt Petersburg kündigt Europäischer Universität den Mietvertrag

Rektor der Europäischen Universität St. Petersburg tritt zurück

[ad#ad-3]

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Russland-Blog: Zürich (ZRH) – Pulkovo (LED)

mehr…