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Europäische Universität – der Rauswurf ist perfekt

Von   /  28. August 2017  /  Keine Kommentare

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eva.- Die Petersburger Stadtregierung scheint es mit dem Rauswurf der Europäischen Universität aus ihrem Gebäude an der Gagarinskaja Uliza ernst zu meinen – warum, ist bis heute unklar. In ihrem Antrag für eine neue Lizenz hat die Hochschule darum bereits eine neue Adresse angegeben.

Lange war die Lage um die frühzeitige Kündigung des Mietvertrags durch die Regierung im Smolny unklar. Doch nun hat das Moskauer Schiedsgericht die Rechtmässigkeit dieses Schritts bestätigt – und das bedeutet den endgültigen Rauswurf der Europäischen Universität aus dem ehemaligen Palast der Familie Kuschelew-Besborodko.

Die Kündigung kann ebenso wie der Entzug der Betriebslizenz durch die Erziehungskontrollbehörde Rosobrnadsor nur durch politische Motive erklärt werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der populistische Petersburger Duma-Abgeordnete und Homosexuellen-Jäger Vitali Milonow der liberalen Hochschule den Krieg erklärt hat und gegen sie intrigiert, wo und wie er nur kann.

Beziehungen zu Putin bisher ohne sichtliche Wirkung

Es scheint, dass auch die guten Beziehungen von Uni-Beirats-Mitgliedern wie dem Ex-Finanzminister Alexei Kudrin zu Präsident Kudrin bisher keine Wirkung zeigen. Die Europäische Universität hatte sich in einem Brief direkt an Putin gewendet und dieser soll laut der Zeitung Kommersant seine Unterstützung zugesichert haben – bisher jedoch ohne sichtliche Wirkung.

Der Entscheid, die Uni auf die Strasse zu setzen, wirkt um so absurder, weil er damit begründet wird, man wolle stattdessen ein IT-Ausbildungszentrum für Hochbegabte im Gebäude unterbringen. Dass der Palast für Unterrichtszwecke jeder Art denkbar ungeeignet ist, bezeugten aber schon die Pläne der Euro-Uni, die Räumlichkeiten mit 30 Millionen Dollar Sponsorengeldern umzubauen.

Die Hochschule hatte bereits einen Projektwettbewerb ausgeschrieben, als 2016 der Hagel an Beschwerden von Behördenseite begann und die Stadt den Mietvertrag vorzeitig kündigte. Mittlerweile ist laut Fontanka.ru bekannt, dass die neue Lizenz bereits auf eine Adresse lauten wird. Wohin man die ungeliebte Universität versetzen wird, steht bislang in den Sternen geschrieben.

Bild: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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