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Es kriselt , wenn auch noch leise

Von   /  21. Januar 2009  /  Keine Kommentare

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Nach den Feiertagen hat sich die Wirtschaftslage in Russland weiter verschlechtert – Teurung, Inflation und Zerfall der Rubelwährung. Nun kriegen die Konsumenten die Krise bereits handfest in Rubel und Kopeke zu spüren.

Von Eugen von Arb

Gewisse Dinge waren wie jedes Jahr – der öffentliche Verkehr wurde teurer und die Wohnnebenkosten. Allerdings staunten die meisten nicht schlecht angesichts der Höhe der Zuschläge: Elektrizität (25 Prozent), Warmwasser und Heizung (24 Prozent), Wasser und Abwasser (24,5 Prozent), Abfallentsorgung (15 Prozent). Das führte schon vor dem Jahreswechsel zu einem unzufriedenen Murren in der Bevölkerung. Für einen leichten Schock sorgten auch die Preisaufschläge für die privat betriebenen Sammeltaxis.

Während die städtischen Transportbetriebe die Fahrtkosten um zwei Rubel auf 18 Rubel verteuerten, erhöhten die “Marschrutka”-Betreiber den Preis um bis zu vier bis sechs Rubel auf 22 bis 26 Rubel. Nur ein halbes Jahr zuvor hatten die Betreiber die Preise bereits happig erhöht – war damals der hohe Benzinpreis schuld, so sind es jetzt die hohen Unterhalts- und Leasingkosten.

Für 2009 Inflation von bis zu 16 Prozent erwartet


Für einen Paukenschlag sorgte der Dollarkurs, der in den Tagen nach Neujahr auf das Sechsjahreshoch von fast 33 Rubel stieg. Auch der Euro setzte seinen steigenden Kurs fort, allerdings zögerlicher. Da den Banken vor dem Jahreswechsel vielfach die Fremdwährungen ausgegangen waren, mussten sich jene, die ihr Erspartes in Devisen anlegen wollten, nach den Feiertagen beeilen, um dem Kursanstieg zuvor zu kommen.
Laut der Wirtschaftszeitung “RBK-daily” betrug die Inflation 2008 in Russland 13,3 Prozent. Für 2009 gehen die Prognosen weit auseinander – je nach Expertenmeinung wird sie zwischen acht und 16 Prozent liegen.

Es herrscht abwartende Stille


Allgemein herrscht eine abwartende Stille. Dabei ist eine schleichende Teuerung längst im Gang, auch wenn man sich Mühe gibt Business as usual vorzutäuschen.  Auch dieses Jahr gab es in den meisten Geschäften  Ausverkauf mit happigen Rabatten – zumindest im Prospekt. Doch wie die Lokalzeitung “Moi Rayon” berichtet, ist das Angebot dieses Jahr recht mager und die angekündigten Schnäppchen waren oft schnell ausverkauft.


Der normale Einkauf im Supermarkt kostet bereits deutlich mehr – die Preise für die Produkte des täglichen Gebrauchs haben teilweise bis 10 Prozent aufgeschlagen. Einige Supermarktketten haben den Rabatt auf die populären Kundenkarten ab Neujahr annuliert. Auch im Fachhandel sind die Preise teilweise schon stark erhöht worden – wenn auch diskret. Computer oder Kameras verschwinden für ein zwei Tage aus dem Schaufenster und tauchen an anderer Stelle mit neuem Preisschild wieder auf.

www.rbk-daily.ru

www.mr-spb.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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