Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Erstes Zinnsoldatenmuseum Russlands in Petersburg eröffnet

Von   /  4. Juni 2018  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

eva.- Das Petersburger Suworow-Museum eröffnete in einem Wächterhaus das erste Zinnsoldaten-Museum Russlands. Die darin gezeigte Sammlung mit tausenden von Figuren wartete während vielen Jahrzehnten in den Archiven auf ihre Präsentation (Fotogalerie).

Das kleine Museum wurde mit viel Pomp unter Mitwirkung einer Ehrengarde und Suworow-Kadetten und begleitet von den Klängen des „Taurischen Orchesters“ eingeweiht. Es ist das erste und damit auch grösste Museum seiner Art in Russland, das zwar keine grosse Tradition auf diesem Gebiet besitzt, sehr aber eine Menge begeisterter Sammler und Militärhistoriker.

Schon 1966 übergaben zwei von ihnen, Michail Luschkowski und Alexander Ljubimow dem Suworow-Museum ihre Sammlungen. Seither wuchs die Zinnsoldaten-Kollektion auf über 60.000 Figuren an, die jedoch während Jahrzehnten in den Archiven lagerte. In fünf Räumen des früheren Wächterhauses des Suworow-Museums haben sie nun eine Bleibe gefunden.

Aufwändiges Suworow-Diorama

Begrüsst werden die Besucher durch ein Wandgrosses Diorama von Suworows Alpenüberquerung während des Kriegs gegen Napoleon 1799. Zwar endete Suworows Versuch, zusammen mit den österreichisch-ungarischen Truppen die Franzosen aus der Schweiz zu vertreiben, letztlich mit einem Rückzug. Doch das waghalsige Unternehmen der Russen, die unter der Führung ihres bejahrten aber eisernen Generalissimus unter ständigen Kämpfen den Gotthard eine Reihe weiterer Pässe überquerten, gilt zu Recht als legendär.

Mit viel Liebe zum Detail und ausgestattet mit Klangkulisse, ist beispielsweise die Schlacht an der Teufelsbrücke dargestellt, danach folgen die weiteren Stationen der rund 20.000 Mann starken Truppe über das Muotatal bis hin zum Panixerpass.

Nürnberger Zinnsoldaten und sowjetische Plastiksoldaten

Der nächste Saal ist der Herstellung von Zinnsoldaten gewidmet, die seit dem 18. Jahrhundert von Süddeutschland aus ihren „Feldzug“ in die Kinderstuben und Sammlervitrinen antraten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden sie allmälich durch Plastikfiguren ersetzt – eine Kollektion sowjetischer Kunststoffsoldaten ist dort ebenfalls zu sehen. Eine weitere kleine Ausstellung ist der Geschichte von Hans Christian Andersens Märchen „Der standhafte Zinnsoldat“ gewidmet, die in Russland noch heute sehr populär ist.

Das Museum besitzt kein lückenloses Konzept, so sind je nach Verfügbarkeit des Zinnsoldatenbestands Paraden und Schlachten dargestellt – so zu Beispiel auch die Schlacht von Borodino von 1812. Das grösste „Zinn-Spektakel“ des Museum bildet jedoch die letzte Parade der russischen Garde vor Zar Nikolaus II im Jahre 1914 auf dem Marsfeld. Die Ausstattung in Form von über 2500 Figuren hatte das Museum erst 2017 vom russischen Emigranten Georgi Iwanow geschenkt bekommen. Für die Präsentation haben die Ausstellungsmacher speziell ein Laufband konstruiert, welches die berittenen Leibgarden in ihrer ganzen Pracht vor dem Imperator vorbeiziehen lassen.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Präsident Medwedew bringt zwei russische Bären nach Bern

Präsident Medwedew in der Schweiz Tag II: Mischa, Mascha und eine Tuba im Röntgengerät

Schweizer Kindergärtner findet Petersburger Münze

www.suvorovmuseum.ru

    Drucken       Email

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Paul Ammann in Russland: „Ich finde es gut, dass sie an ihr eigenes Land glauben“

mehr…