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Eremitage wird vergrössert – und vielleicht blau umgestrichen

Von   /  13. November 2008  /  Keine Kommentare

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eva.- Das Eremitage-Museum wird um etwa einen Kilometer Ausstellungsfläche vergrössert, schreibt der „Kommersant“. Seit der Ostflügel des Generalstabsgebäudes inklusive Triumphbogen 1993 in den Besitz der Eremitage übergegangen sind, ist das Museum daran, seine Umnutzung vorzubereiten. 2002 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, das vom Architekturbüro „Studio 44“ gewonnen wurde. Seither wurde das Projekt bis ins Detail ausgearbeitet – jetzt zeigt eine Ausstellung im Generalstab wie die neue Abteilung der Eremitage aussehen wird, die zu einem ersten Teil bis 2010 und komplett bis 2014 zum 250-Jahre-Jubiläum fertiggestellt werden soll.

Innenhöfe mit Glasdächern versehen

Der Grundriss des Gebäudes zwischen Schlossplatz und Moika-Kanal hat die Form eines Dreieck, das durch mehrere Innenhöfe eingeteilt wird, die momentan noch mit Gerümpel vollgestellt sind. Mit dem Ausbau des Flügels werden sie zu einem Kernstück des neuen Museums – sie werden mit Glas überdacht und mit den angrenzenden Räumen durch grosse Türen verbunden.

Die drei Hauptetagen und das Dachgeschoss werden ebenfalls zu Ausstellungssälen ausgebaut, nur das Erdgeschoss wird Räume für Administration, Kasse und Museumsshop enthalten. Die Architekten gehen bei ihrem Projekt für russische Verhältnisse ausserordentlich sorgfältig mit der alten Bausubstanz um – von aussen werden die Änderungen am Generalstabsgebäude nicht sichtbar sein. Die geplanten Gesamtkosten dieses „unsichtbaren“ Eingriffs betragen 4,4 Milliarden Rubel (rund 122 Millionen Euro).

Eremitage erhält Abteilung für zeitgenössische Kunst

Nach Abschluss der Arbeiten soll aus dem Winterpalast unter anderem die Kunst der Impressionisten und Postimpressionisten, sowie europäische und amerikanische Kunst aus dem 19. Jahrhundert in den Neubau umziehen. Ausserdem erhält das neue Museum eine Abteilung für zeitgenössische Kunst mit dem Namen „Eremitage 20/21“ von 600 bis 800 Quadretern Grösse, die mit multifunktionalen Räumen ausgerüstet ist. Den freiwerdenden Platz im Winterpalast wird die Eremitage dazu benützen, um weitere Schätze aus ihren Magazinen zu zeigen, die bisher wegen Platzmangel nicht oder nur zeitlich befristet ans Licht geholt werden konnten.

Die Eremitage der Zukunft – grün oder blau?

Gleichzeitig mit dem Umbau denkt der Eremitage-Direktor Michail Piotrowski darüber nach, die Fassade des Winterpalais mit einer neuen Farbe zu versehen und will dazu die Stadtbevölkerung befragen. Mit einem neuen Anstrich in hellblauer Farbe würde laut Piotrowski dem ursprünglich Gebäude näher kommen, meint Piotrowski.

Die Alexandersäule geht in den Besitz der Eremitage über

Eine weitere wichtige, obgleich für den Touristen unsichtbare Veränderung ist die Übergabe der Alexandersäule auf dem Schlossplatz vom Museum für Stadtskulptur in den Besitz der Eremitage. Dieser Akt ist schon beschlossene Sache und soll in Kürze vollzogen werden, schreibt Fontanka.ru. Der Eigentumswechsel hat verschiedene Gründe: Einerseits möchte die Eremitage die Säule, insbesondere das Gitter darum herum besser vor Vandalenakten schützen. Als besondere Verwegenheit wird der Diebstahl der eisernen Reichsadler empfunden, die auf dem Gitter um die Alexandersäule thronen.

Es wird sogar erwogen, zu diesem Zweck eine eigene Garde in historischen Uniformen für den Schlossplatz aufzustellen, obschon niemals zuvor eine Wache über den Schlossplatz marschierte. Andererseits gewinnt die Eremitage damit an Macht über den Schlossplatz und wird die Möglichkeit haben, bei der Planung von Veranstaltungen auf dem Schlossplatz mehr mitzubestimmen. In der Vergangenheit hatte es mehrmals Streit zwischen der Stadtregierung und Museumsdirektion gegeben, die sich lautstarken Konzerten und einer Eisbahn neben der Alexandersäule widersetzt hatte.

www.kommersant.ru

www.fontanka.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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