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Eremitage bereitet sich auf Einzug in das Generalstabsgebäude vor

Von   /  14. Oktober 2011  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Eremitage-Direktor Michail Piotrowski unternahm zusammen mit der Presse einen weiteren Rundgang durch das Generalstabsgebäude, wo die zweite Umbau-Etappe in vollem Gang ist. 2013 soll die gigantische Baustelle schliessen, doch schon bald werden die ersten Exponate in die fertigen Räume einziehen.

Ende vergangenen Jahres war der Eingangstrakt mit der gigantischen Treppe und dem noch gigantischeren Eichenholztor vorgestellt und im Rahmen eines geschlossenen Empfangs eingeweiht worden. Doch erst in den kommenden Monaten sollen hier die ersten öffentlichen Veranstaltungen stattfinden – unter anderem der internationale Juristenkongress. Bevor die Kunst hier einziehe, werde man die neuen Räume am Menschen testen, witzelte Michail Piotrowski an der Medienkonferenz.

Dass das gewaltige Umbauprojekt noch lange nicht fertig ist, davon konnte man sich auf dem Rundgang durch die zweite Bauetappe des östlichen Flügels von Carlo Rossis Bauwerk überzeugen. In den Innenhöfen, die unterteilt und mit Glas überdacht werden, muss der Grund bis auf die Wasserleitungen freigelegt und erneuert werden. Schier endlos scheint die Zahl von Räumen, Gängen und Treppenhäusern, die bis auf den Backstein freigelegt und von Grund auf renoviert werden.

Stahl und Beton anstelle der Holzböden

Bei den Arbeiten würde peinlichst auf die ursprüngliche Bauweise Rücksicht genommen, versicherten die Vertreter der mit der Renovation betrauten Firma „OOO Intarsia“. Das einzige, was bei dem Ausbau grundsätzlich ändert, sind die Böden. Anstelle des Holzgebälks kommen Stahlträger und Beton, womit die Belastbarkeit um ein Vielfaches gesteigert wird.

Man staunt, welch prachtvolle Wandmalereien und Reliefs unter dem groben Verputz hervorkommen. Mittels „Probebohrungen“ werden die Originalfarben des Interieurs ermittelt. In diesem Gebäude waren vor der Oktoberrevolution das Finanz- und Aussenministerium des russischen Imperiums sowie eine Kirche untergebracht. Wie viele andere historische Bauten wurden auch sie in der Sowjetzeit zweckentfremdet, und alles, was an die alten Zeiten erinnerte, entfernt oder übermalt.

18.000 Quadratmeter mehr Platz

Bis zum zweiten Quartal 2013 soll das 6,5 Milliarden Rubel teure Projekt abgeschlossen und pünktlich zum 250-Jahre-Jubiläum der Eremitage 2014 eröffnet werden. Damit erhält das Museum rund 18.000 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche. Der grösste Teil soll für Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert verwendet werden. Aus dem alten Eremitage-Gebäude soll zum Beispiel die französische Malerei des 20. Jahrhunderts hierher umziehen. Des weiteren sollen viele Exponate aus den Depots ausgestellt werden.

Zudem werden ganz neue Museumsteile gegründet, zum Beispiel eine Heraldik- und Numismatik-Ausstellung, sowie ein Fabérgé-Museum und Ausstellungen, die den Kunstsammlern Schukin und Morosow gewidmet sind. Alles soll mittels modernster Museumstechnik präsentiert werden.

Flexible Ausstellungswände

Nikita Jawein vom Planungsbüro „Studio 44“ wies unter anderem auf die flexiblen Ausstellungswände hin, die es erlauben würden, eine neue Ausstellung aufzubauen, während die vorhergehende Ausstellung noch laufe. Viel Gewicht wird auch auf die Beleuchtungstechnik gelegt. Mit einem ausgeklügelten Ergänzungssystem sollen Kunst-und Tageslicht ideal miteinander gemischt werden.

Bilder: Eugen von Arb/ SPB-Herold

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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