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Erdenleicht und federschwer – der Bildhauer Fjodor Kruschelnizki im Skulpturenmuseum

Von   /  13. April 2011  /  Keine Kommentare

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Von Eugen von Arb

Das städtische Skulpturenmuseum zeigt bis am 24. April in der Gagarin-Jubiläumssausstellung „Gagarin. Kosmos. Und anderes“ Plastiken und Grafik von Fjodor Kruschelnizki (Fotogalerie).

Die Arbeiten, ob monumental oder miniatur, haben alle die Behäbigkeit des aus dem ukrainischen Donbass stammenden Künstlers. Um so erstaunlicher ist es, dass die Leichtigkeit des Fliegens eine zentrale Rolle im grösstenteils aus Bronze gefertigten Oeuvre Kruschelnizkis spielt.

Flügel und Leitwerke sind verwachsen mit schweren Figuren, die sie scheinbar in den Himmel befördern sollen – oder ist es umgekehrt? Dazwischen stehen die monolithischen Menschen-Standbilder, deren kubisch-rundliche Formen sie zu Mischwesen, zu einer Art Human-Roboter lassen werden. Der fünfzackige Stern zieht die Ausstellung in die Sowjetepoche zurück, gleichzeitig wird sie von einer futuristischen Kraft in die Zukunft getrieben.

Rethorische Zeitreisen zwischen Sowjetzeit und Gegenwart

Mit Witz prägt das stille Wasser Kruschelnizki seine schwarzweissen Grafiken: „Freiheit, Gleichheit, Offshore, Bin Laden, Weisheit, Ehrlichkeit und Gewissen,…“  – diese Worte steigen aus dem erhobenen Zeigefinger eines Mannes mit Hut auf, der als „Jongleur“ betitelt wird.

Der Künstler unternimmt rethorische Zeitreisen zwischen Sowjetzeit und Gegenwart, stellt dem Gagarin-Idealismus eine spitze Ironie entgegen. Der Witz mischt sich mit Grausamkeit in der Skulptur „Die Frau des Matrosen“ – ein Seemann, der offensichtlich bei der Rückkehr seine Frau mit dem Liebhaber im Bett erwischt, hat die rächende Axt zum Schlag erhoben.

Bild: Eugen von Arb/SPB-Herold

Bis 24. April. Ausstellungssaal des städtischen Skulpturenmuseums, Newski Prospekt 179/2. Eintritt 50-100 Rubel. Тel. 314-12-14. www.gmgs.ru

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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