Laden...
Sie sind hier:  Home  >  Aktuell  >  Aktuelle Artikel

Eiszeit und Sintflut zugleich – Frühlingsbeginn in Petersburg

Von   /  2. März 2010  /  Keine Kommentare

    Drucken       Email

Von Eugen von Arb

Pünktlich zum Märzbeginn setzte in Petersburg das Tauwetter ein. Wer sich im ersten Moment über die milderen Temperaturen freute, sah die Sache spätestens nach dem ersten Gang in die Stadt nüchterner. Die gefrorenen und zugeschneiten Strassen und Trottoirs hatten sich in eine Landschaft aus Matschbergen und schmutzigen Riesenpfützen verwandelt.


Tödliche Fracht auf Petersburger Dächern

An vielen Stellen lösten sich Eis und Eiszapfen von den Dächern und sausten oft mitsamt Regenrohren nieder auf die Gehwege. Die Aufräumarbeiten wurden in derselben schlechten Manier verrichtet, wie schon während der Schneesaison. Selbst im Zentrum mussten sich die Passanten über rutschige Trippelpfade zwischen Strassenverkehr, abgesperrten Zonen, überschwemmten Stellen und spiegelglatten Flächen fortbewegen – stets ängstlich nach fallenden Eisstücken spähend.

Zwei Personen fielen dem Eis zum Opfer

Wer nicht gut zu Fuss ist, lebt in diesen Tagen gefährlich – allein über das vergangene Wochenende wurden bei den städtischen Krankenhäusern und Polykliniken Personen behandelt, die sich in der Eiswüste verletzt hatten. Ausserdem kam es zu zwei weiteren Todesfällen – eine 51-jährige Frau wurde beim Suworowski-Prospekt von einem Eisstück erschlagen. Ein Student, der zur Eisräumung auf dem Dach gemeldet hatte, fiel während der Arbeit am Statschek-Prospekt in den Tod.

Eingedrücktes Dach bei „Mitki“-Künstlern

Zu Unfällen ohne Verletzte kam es im Primorski Bezirk, wo der Schnee an zwei Stellen das Dach eindrückte. Dieselbe böse Überraschung erlebte auch das „Mitki“-Künstlerkollektiv an der Maratastrasse, wo Schnee das Dach durchbrach und Galerie und Ateliers der Künstler verwüstete.

Besonders saubere „VIP“-Dachräumung

Die Eismassen auf Petersburgs Dächern erweisen sich – nebst aller Mühsal – für ein einträgliches Geschäft für Privatfirmen. Wie Fontanka.ru bei ihren Recherchen herausfand werden pro weggeräumten Quadratmeter Dachschnee Preise zwischen 30-200 Rubel verlangt. Sogar einen „VIP-Service“ für Ferienhäuser in den Vororten existiert, der angeblich besonders sauber und pünktlich ausgeführt wird – und dementsprechend kostet. Logischerweise sind nur Grossaufträge von Interesse – wer nur ein „kleines“ Dach von Schnee und Eis befreien lassen will, wird kaum bedient.

www.fontanka.ru

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Der Frühling kommt – Eisschmelze auf Newa Mitte März erwartet

Petersburger Schnee-Attacke Nummer drei – das Chaos setzt sich fort

    Drucken       Email
  • Veröffentlicht: 9 Jahren vor auf 2. März 2010
  • Von:
  • Zuletzt geändert: März 2, 2010 @ 3:49 pm
  • Rubrik: Aktuell

Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren...

Milde Strafe für jugendlichen Streich

mehr…