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Eduard Kotschergin erhält polnisches Verdienstkreuz

Von   /  30. September 2013  /  Keine Kommentare

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TOPTICKER.- Der russische Bühnenbildner und Schriftsteller erhielt auf dem polnischen Generalkonsulat in St. Petersburg einen hohen Orden für sein Werk verliehen. An der Feier nahmen neben dem Generalkonsul Piotr Marzinjak Künstler des Grossen Dramatischen Theaters teil, in dem Kotschergin arbeitet.

Kotschergin wurde kurz vor seinem 76. Geburtstag das Offizierskreuz für besondere Verdienste der Republik Polen verliehen. Damit wurde an seine polnischen Wurzeln erinnert, derentwegen er und seine Eltern während der Stalinzeit verhaftet und für Jahre in den Gulag geschickt worden waren.

Die Feier wurde von der Kunsthistorikerin Nadeschda Chmelewa geleitet. Genadi Bogatschew aus dem Dramatischen Theater Petersburg las dem Publikum Texte aus Kotschergins Werken vor. Die Lesung fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Treffen mit herausragenden Petersburger Polen“ statt.

Bild: zvg

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Dossier:

Den Rohstoff für seine Geschichten schöpft Eduard Kotschergin aus den Begegnungen und Erlebnissen, die ihm sein bewegtes und zum Teil bitteres Leben bescherte. 1937 geboren, verbrachte er Jahre in staatlichen Erziehungsheimen, nachdem sein Vater im Gulag verschwunden und die Mutter verhaftet worden war. Er floh aus dem NKWD-Heim in Sibirien und schlug sich nach Leningrad durch. Er war Mitglied einer Diebesbande und lebte auf der Straße. Nach der Ausbildung an der Leningrader Kunstakademie konnte er schließlich sein Zeichentalent zum Beruf machen: Kotschergin wurde Bühnenbildner und Szenograf. Er arbeitete an verschiedenen russischen Theatern, erhielt vielfach internationale Auszeichnungen und ist derzeit leitender Bühnenbildner am Großen Dramatischen Theater (Towstonogow-Theater) in St. Petersburg. Die 2003 erschienene Engelspuppe wurde von der Kritik begeistert aufgenommen. Das Buch liegt inzwischen in der dritten Auflage vor. 2008 erhielt der Autor dafür den Triumph-Preis. 2010 erhielt er den den russischen “National Bestseller Book Prize 2010” für sein zweites Buch, “Mit Kreuzen getauft”. Dieses Buch enthält Texte, die der persona verlag auch in die “Engelspuppe” aufgenommen hat. Im April 2012 wurde er mit der Goldenen Maske, der höchsten russischen Auszeichnung für Bühnenschaffende ausgezeichnet.

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Über den Autor

Eugen von Arb lebt in St. Petersburg, ist Co-Herausgeber der SPZ Online.

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